Nachklänge zur Gralsbotschaft 1

von Abdrushin


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Inhaltsverzeichnis


38. Das Gotterkennen

Wenn ich auch schon erklärte, daß ein Mensch niemals Gott wirklich sehen kann, weil seine Art die Fähigkeit dazu gar nicht besitzt, so trägt er doch die Gabe in sich, Gott in seinen Werken zu erkennen.

Das geht aber nicht über Nacht und fällt ihm nicht im Schlafe zu, sondern es kostet ernste Mühe, großes, starkes Wollen, das der Reinheit nicht entbehren darf.

Euch Menschen ist die ungestillte Sehnsucht nach dem Gotterkennen mitgegeben, sie ist in Euch gepflanzt, damit Ihr keine Ruhe finden könnt auf Euren Wanderungen durch die Nachschöpfung, welche Ihr unternehmen dürft zum Zwecke Euerer Entwickelung, damit Ihr Euch bewußt werdend voll Dank die Segnungen genießen lernt, welche die Welten in sich bergen und Euch bieten.

Würdet Ihr während dieser Wanderungen Ruhe in Euch finden, so müßte Euch die Ruhe in der Folgerung den Stillstand bringen, der für Euren Geist Ermattung und Verfall, zuletzt auch unausbleibliche Zersetzung in sich birgt, da er damit dem Urgesetze der notwendigen Bewegung nicht gehorcht. Doch das Getriebe der selbsttätigen Gesetze in der Schöpfung ist für den Menschengeist wie ein laufendes Band, welches ihn ohne Unterbrechung fortzieht, auf dem jedoch auch jeder ausgleitend zum Straucheln und zum Sturze kommt, der nicht das Gleichgewicht zu wahren weiß.

Das Gleichgewicht bewahren ist in diesem Fall dasselbe, wie durch Einhaltung der Schöpfungsurgesetze nicht die Schöpfungsharmonie zu stören. Wer wankt und stürzt, wer sich nicht darin aufrecht halten kann, wird mitgeschleift, weil seinetwegen das Getriebe auch nicht eine einzige Sekunde stille hält. Das Mitgeschleiftwerden aber verletzt. Und wieder aufstehen zu können fordert dann erhöhte Anstrengung, noch mehr das Wiederfinden des bedingten Gleichgewichtes. Bei dieser dauernden Bewegung der Umgebung ist es nicht so leicht. Gelingt es nicht, so wird der Mensch ganz aus der Bahn geschleudert, mitten in die Räder des Getriebes, und dabei zermalmt.

Deshalb seid dankbar, Ihr Menschen, daß Euch die Sehnsucht nach dem Gotterkennen auf Euren Wanderungen keine Ruhe läßt. Dadurch entgeht Ihr, ohne es zu wissen, in dem Weltgetriebe vielerlei Gefahren. Aber Ihr habt die Sehnsucht nicht verstanden, welche in Euch liegt, Ihr habt auch diese umgebogen und nur niedere Unruhe daraus gemacht!

Die Unruhe sucht Ihr dann wiederum in falscher Art mit irgend etwas zu betäuben oder zu befriedigen. Da Ihr dabei nur den Verstand verwendet, greift Ihr natürlich auch nach irdischem Verlangen, erhofft Befriedigung des Drängens in der Anhäufung von Erdenschätzen zu erhalten, in der Hast der Arbeit oder in zerstreuenden Vergnügungen, in schwächender Bequemlichkeit und, wenn es sehr hoch kommt, vielleicht in einer reinen Art irdischer Liebe zu dem Weibe.

Doch das alles bringt Euch keinen Nutzen, hilft Euch nicht voran. Es kann die Sehnsucht, welche Ihr zur Unruhe verbogen habt, vielleicht für kurze Zeit betäuben, vermag sie aber nicht für immer auszulöschen, sondern drängt sie lediglich nur hier und da zurück. Die von Euch unerkannte Sehnsucht treibt die Menschenseele immer wieder an und hetzt den Erdenmenschen, wenn er deren Sinn nicht endlich zu verstehen sucht, durch viele Erdenleben, ohne daß er dabei reift, um wie gewollt emporsteigen zu können in die leichten, lichteren und schöneren Gefilde dieser Nachschöpfung.

Der Fehler liegt am Menschen selbst, der aller ihm geschenkten Hilfen viel zu wenig oder gar nicht achtet in dem Wahne des eigenen Könnenwollens durch die Schlingen des Verstandes, die er sich um seine Geistesschwingen band.

Nun ist er endlich an dem Ende seiner Kraft! Erschöpft durch das Gehetztwerden von ihm noch nicht erkannten Mächten, deren Hilfen er sich hartnäckig verschloß, in dem kindischen Besserwissen- und auch Besserkönnenwollen seines eigensinnigen Gebarens, das als Folge des gewaltsam von ihm selbst verkrüppelten Gehirns sich zeigt.

Und doch hätte es jeder Mensch so leicht gehabt, wenn er nur einfach und bescheiden alle Gaben in sich reifen ließ, die ihm der Schöpfer gab für seine Wanderung durch alle Ebenen der Nachschöpfung, welche der Menschengeist zu seiner eigenen Entwickelung so unumgänglich nötig hat. Er wäre damit groß geworden, viel größer und viel wissender, als er sich je erträumte. Doch ohne Demut und Bescheidenheit können ihm diese Gaben nicht zu Fähigkeiten auferblühen!

Es ist kindisches Spielzeug, Euer Wissen, auf das Ihr so eingebildet seid! Ein Staubkorn im Verhältnis dessen, was Ihr wissen, und vor allem, was Ihr wirken könntet, was Ihr heute auch schon wirken müßtet! Was wißt Ihr Erdenmenschen von der wunderbaren Schöpfung, die sich Euch überall in ihrer jeweiligen Art und Schönheit, vor allem aber in ihren Gesetzen unantastbar zeigt! Stumpf steht Ihr all dem Großen gegenüber. Sucht endlich das Erkennen Eures Gottes in der Schöpfung, Menschen, deren kleinster Teil Ihr seid von jener Art, welche zu Selbstbewußtsein durch die Gnade ihres Schöpfers sich entwickeln darf als Erfüllung ihres Drängens, das sie in sich trägt!

Sucht darin nicht nur Eure Eitelkeiten zu befriedigen, wie Ihr es bisher als die Sklaven Eueres Verstandes hieltet! Ihr seid damit am Ende! Seid am Zusammenbrechen Eures kleinen Könnenwollens. Und von dem wahren Können steht Ihr weit entfernt.

Wie kleine Stümper Ihr gewesen seid, werden Euch nun die Folgen Eures Wirkens selbst beweisen, die wie schwere Wogen nun den Gottgesetzen in der Schöpfung folgend auf die Urheber zurückkommen, sie hoch emporhebend oder sie unter sich begrabend mit allen ihren Werken. Es wird sich dabei unbeirrbar zeigen, was recht war oder falsch. Was Ihr schon in den letzten Zeiten deutlich genug hättet sehen können, wenn Ihr nur hättet sehen wollen, das Versagen aller Anstrengungen überall zur Abwendung des schon rollenden Niederganges, das hätte Euch warnen müssen, umzukehren noch zu rechter Zeit! Und mit dem Denken endlich in Euch selber einzukehren.

Die Menschen aber hören nicht und sehen nicht; es treibt sie die Verzweiflung nur noch toller zu dem Glauben an die Hilfe durch das Menschenkönnen.

Ich aber sage Euch: Wer nicht in den Gesetzen Gottes wirkend steht, hat jetzt keine Hilfe aus dem Lichte mehr! Die Kenntnis der Gesetze Gottes in der Schöpfung ist nunmehr Bedingung! Und ohne Hilfe aus dem Licht ist heute der wirkliche Aufbau ganz unmöglich!

Der Glaube eines Menschen an die eigene Sendung und der Glaube derer, die ihm folgen, nützen einem Erdenmenschen nichts. Es wird mit ihm alles zerbrechen an der Stelle, wo die Auswirkung der Gottgesetze in der Schöpfung ihn berührt.

Und jeder Mensch wird jetzt nach Gottes heiligem Gesetz vor diese Auswirkung gestellt! Darin liegt das von allen Gläubigen gefürchtete Gericht!

Die Gläubigen! Ihr alle, die Ihr Euch zu Gottgläubigen zählt, prüft Euch einmal, ob Euer Glaube, den Ihr in Euch tragt, wirklich der rechte ist! Ich meine damit nicht, in welcher Form Ihr glaubt, ob nun als Katholik oder als Protestant, ob als Buddhist oder Mohammedaner oder in irgend einer Form, ich meine Eure Art zu glauben, inwieweit diese lebendig ist!

Denn Gott ist Gott! Und wie Ihr Ihm Euch naht in Eurem Inneren, das ganz allein ist für die Stärke und die Echtheit Eures Glaubens maßgebend!

So also prüft Euch einmal sorgfältig. Ich will Euch zeigen, wie Ihr den Weg dazu finden könnt, um einen Anhalt dafür zu bekommen.

Geht mit mir im Geist einmal nach Afrika zu irgend einem Negerstamm. Denkt Euch hinein in das Begriffsvermögen solcher Menschen. Bemüht Euch, deren Innenleben und deren Gedankengang deutlich vor Euch zu sehen.

Diese Menschen glaubten an Dämonen und an alles Mögliche; sie hatten roh aus Holz geschnitzte Götzen, und dann kamen zu ihnen die christlichen Missionare. Sie erzählten, unterrichteten von jenem großen, unsichtbaren Gotte ihrer Religion.

Stellt Euch das vor, und sagt Euch selbst, mit welchen Empfindungen diese Naturmenschen nach ihrer Taufe zu dem ihnen neuen christlichen Gotte beten werden! Nicht viel anders, als wie sie vorher zu ihrem holzgeschnitzten Götzen beteten! Die meisten davon nehmen einfach den neuen Gott an die Stelle des bisherigen Götzen. Das ist der ganze Unterschied. Ihre Empfindungen haben sie dabei nicht geändert, sondern sie halten sich in den günstigsten Fällen lediglich an die Lehre. Das wirkliche Erleben aber fehlt. Das kann bei diesen unwissenden Menschen gar nicht anders sein.

Das Annehmen der Lehre selbst macht sie nicht wissend; denn die Annahme des Glaubens stützt sich doch nur auf ein gereichtes Wissenwollen anderer. Es fehlt dabei gewinnbringendes, inneres Erleben und damit der eigentliche Halt! So ist es immer und überall. Die Missionare und Bekehrenden stürzen sich auf die Menschen und wollen sie ohne weiteren Übergang zu dem Christentum bekehren.

Auch bei dem Unterricht der Kinder spielt sich heute Gleiches ab, und doch sind Kinder innerlich nicht anders als die Heiden; denn die Taufe hat sie nicht wissender gemacht.

Wenn der Mensch aber die Stufen nicht geordnet geht, die in der Schöpfung vorgezeichnet sind, die ihm die Schöpfung in den selbsttätigen Urgesetzen selber bietet, da sie ja aus diesen Stufen sich zusammensetzte, kann er nie zu wahrer Gotterkenntnis kommen! Und auch gute Lehren werden ihm darin nichts nützen, sondern seine Wege nur verwirren.

Hieran krankt die ganze bisherige Missionsarbeit. Sie kann es gar nicht zu einer wirklich Leben in sich tragenden Wirkung bringen, weil sie nicht die schöpfungsgesetzmäßigen Wege geht. Sprünge machen duldet das Entwickelungsgesetz in dieser Schöpfung nicht, wenn sie zu wahrer Reife kommen soll. Und der Mensch vermag sich nie hinauszuheben über diese Schöpfung, der er angehört, mit welcher er durch unzählige Fäden eng verbunden ist, und deren köstlichste der Früchte er nun bilden soll.

Will er jedoch die Frucht auch wirklich werden, die diese Schöpfung in der reinen Kraft des Herrn hervorzubringen fähig ist, so darf in seinem Reifegange keine Unterbrechung sein! Genau wie in dem wesenhaften Wirken bei der Frucht des Baumes. Wo eine Unterbrechung oder sonst ein Eingriff in den Werdegang der Reife kommt, sei es durch vorzeitigen Frost, durch allzustarken Sturm oder durch schädigende Willkür eines Menschen, dort kann die Frucht niemals zu voller Reife kommen und damit nicht zu ihrer wirklichen Vollendung.

Nicht anders bei dem Erdenmenschen, der eine Frucht geistigen Wirkens ist.

Nichts darf bei seinem Werdegange fehlen, keine einzige Stufe, da sonst eine Lücke, eine Kluft verbleibt, die einen lebendigen Weiteraufbau und damit ein Weitersteigen nach der Höhe zu nicht zuläßt, es geradezu unmöglich macht. Wo auch nur eine Stufe fehlt oder mangelhaft ist, muß ein Zusammenbruch kommen, ein Absturz. Da kann der Mensch sich drehen oder wenden wie er will, er muß sich darein fügen, und die spitzfindige Verstandesklügelei ist das, was ihm am allerwenigsten eine Ersatzbrücke erbauen könnte, die ihm weiter hilft.

Und der Mensch selbst hat einen schädigenden Eingriff unternommen in der einseitigen Hochzucht seines irdischen Verstandes, der ihn nun mit festem Druck und wie mit Stahlklammern nur an die Grobstofflichkeit fesselt, der der Verstand entstammt.

Dadurch entstand die Lücke, die ein angelernter Glaube an das hohe Geistige und Göttliche nicht überbrücken kann!

Und so muß die Menschenfrucht der Nachschöpfung verkümmern auf dem Weg zu ihrer Reife, durch die eigene Schuld.

Deshalb erlebt so mancher Mensch auch heute noch, daß er den in seiner Kindheit angelernten Glauben ganz verliert, nachdem er aus der Schule in das Leben tritt, auch wenn er darum tapfer kämpft, um früher oder später wieder ganz neu aufbauen zu müssen, vom Grunde aus, wenn er ein ernster Sucher nach der Wahrheit ist.

Begeisterung der Massen und ein Mitreißen hat für den einzelnen gar keinen Zweck. Es gibt ihm nie den festen Boden, den er zu dem Aufstieg braucht, und er vermag auch nicht den notwendigen Halt dabei zu finden in sich selbst. Den Halt, der ihn allein für immer sicher stehen läßt.

So ist zur Zeit auch jeder Unterricht für die heranwachsenden Kinder in den Glaubensarten noch nicht richtig. Deshalb fehlt überall der Glaube, der zu wahrer Gotterkenntnis führt, welche allein wirkliches Glück und auch Frieden gewährt!

Der Unterricht zur Zeit ist falsch und ohne Leben. Der Halt, welchen der einzelne zu haben glaubt, ist Einbildung. Es ist nur Formglaube, an den sich alle klammern. Die Ruhe und Geborgenheit erkünstelt, in die sie sich zu wiegen suchen, oft nur, um selbst nach außen hin nicht anzustoßen, manchmal um Erdenvorteil zu genießen oder irgendwie zu gelten. Echt ist es nie, kann es nicht sein, weil die schöpfungsgesetzmäßigen Grundlagen noch dazu fehlen. Und ohne diese geht es einfach nicht.

Greifen wir einmal zurück und nehmen wir die einstigen Bekehrungen in deutschen Landen an. Der Überlegende, der sich nicht mit der trägen Durchschnittsmenge treiben läßt, muß ebenfalls dabei in allem nur die leere und für alles Innere nutzlose Form erkennen, die damals geschaffen wurde, welche keine Gotterkenntnis bringen konnte!

Bei jedem Volke, sogar bei jedem Menschen, auch den Menschen dieser Neuzeit muß zuerst die Grundlage zur Aufnahme der hohen Gotterkenntnisse vorhanden sein, die in der Christuslehre liegen. Nur aus einer dazu reifen Grundlage heraus darf dann und muß der Menschengeist hineingeführt werden in alle Möglichkeiten einer Gotterkenntnis durch die Christuslehre.

So ist es, und es wird so bleiben bis in alle Ewigkeit!

Könnte es anders sein, so würde Gott sich auch schon früher haben offenbaren lassen bei den Erdenvölkern. Er tat es nicht!

Erst wenn ein Volk in der Entwickelung so weit gekommen war, daß es das Wirken alles Wesenhaften wußte, dann konnte es vom Geistigen erfahren, von dem Reingeistigen, dem Göttlichen, und zuletzt auch von Gott!

Doch immer nur in einer Art, die sie verständnisvoll hinausführte in höheres Begreifen durch dazu berufene Propheten, welche nie das Alte dabei stürzten. Sie bauten auf! Genau, wie es auch Christus Jesus selbst dann tat und oft in seinem Wort hervorgehoben hat, was Ihr bisher nur nicht verstehen wolltet.

Die christlichen Kirchen wollen bei Bekehrungen aber vieles Alte stürzen und als falsch erklären oder doch nichtachtend ausschalten, anstatt darauf sorgfältig weiter aufzubauen und die notwendigen Übergänge dabei zu beachten. Sie erwarten und verlangen, daß der Menschengeist unmittelbar in diese höchste Christuslehre springt.

Man achtet dabei also nicht der Gottgesetze, trotzdem man oft das Gute will.

Auch die Germanen waren damals eng verbunden mit den Wesenhaften. Viele von ihnen vermochten sie zu schauen, zu erleben, so daß ihnen an deren wirklichem Bestehen keine Zweifel bleiben konnten, ebensowenig auch an deren Wirken. Sie sahen es und wußten es darum.

Es war ihnen die reinste Überzeugung, deshalb heilig.

Und an dieses damalige Heiligtum rüttelte Bonifazius mit roher Faust! Er wollte den Germanen die Wahrheit solchen Wissens abstreiten und es als falsch erklären. An dessen Stelle wollte er ihnen die Formen seiner Christenlehre aufzwingen. Solche unwissende Art mußte den Germanen schon von vornherein den Zweifel bringen über die Wahrheit dessen, was er ihnen kündete, mußte ihnen jedes Vertrauen dazu nehmen.

Er hätte ihnen die Wahrheit ihres Wissens bestätigen sollen und sie dann erklärend weiter führen in die höheren Erkenntnisse! Aber da fehlte es ihm selbst am Schöpfungswissen. Er zeigte dieses Unwissen über das Weben in der Schöpfung nur zu deutlich, wenn er Wotan und die anderen von den Germanen als wirkende Götter angesehenen Wesenhaften mit Irrglauben und als nicht bestehend bezeichnete. Wenn sie auch keine Götter sind, so sind sie doch bestehend durch Gottes Kraft und in der Schöpfung wirkend.

Ohne das Wirken der Wesenhaften könnte das Geistige sich in der Stofflichkeit gar nicht verankern, könnte also in der Stofflichkeit nichts tun. Das Geistige, dem der Menschengeist entspringt, braucht also die Mithilfe des Wesenhaften in der Stofflichkeit, zu seinem eigenen Entwickelungsgange!

Hierbei kann ein Glaubenseifer das Wissen nie ersetzen.

Aber der Fehler, den Bonifazius und alle Bekehrenwollenden machten, wird heute noch lebendig erhalten.

Man spricht und lehrt von griechischen Götter-Sagen. Es waren aber keine Sagen, sondern wirkliches Wissen, das den Menschen von heute fehlt. Auch die Kirchen kennen leider die Auswirkungen des heiligen Gotteswillens in der Schöpfung nicht, die doch die Heimat aller Menschengeister bleibt. Sie gehen blind an dem bisher Geschehenen vorüber und vermögen deshalb auch niemand zur wahren, lebendigen Gotterkenntnis zu führen. Sie können es mit bestem Wollen nicht.

Nur in den Schöpfungsgesetzen selbst, die Gott gegeben hat, kann der Menschengeist zur Gotterkenntnis kommen. Und er hat diese Erkenntnis zu seinem Aufstieg unumgänglich nötig! Nur darin erhält er den Halt, der ihn unerschütterlich seinen vorgeschriebenen, ihm nützlichen Weg zur Vollendung wandern läßt! Nicht anders!

Wer das Wirken der Wesenhaften überspringen will, von denen die alten Völker genau wußten, der kann niemals zur wahren Gotterkenntnis kommen. Dieses genaue Wissen ist eine unvermeidliche Stufe zur Erkenntnis, weil der Menschengeist sich von unten nach oben durchzuringen hat. Er kann das über seinem Begriffsvermögen liegende Reingeistige und das Göttliche niemals erahnen lernen, wenn er nicht die zu ihm gehörenden unteren Schöpfungsstufen vorher als Grundlage dazu genau kennt. Es ist dies unvermeidbar notwendig als Vorbereitung zu der höheren Erkenntnismöglichkeit.

Wie ich schon sagte, wurde Kenntnis gegeben von Gott auch immer erst solchen Völkern, die im Wissen von dem Wirken der Wesenhaften standen, niemals anders. Denn vorher ist eine Vorstellungsmöglichkeit dazu gar nicht gegeben. Sorgfältig wurde darin das ganze Menschengeschlecht vom Lichte aus geführt.

Ein Mensch, der in Reinheit nur im Wesenhaften wissend steht und lebt, ist in der Schöpfung höher einzuschätzen als einer, der in nur angelerntem Christenglauben steht und über das Wesenhafte lächelt als Märchen oder Sagen, der also unwissend darüber ist und dadurch niemals wahren Halt bekommt, während der andere noch seine vollen Aufstiegsmöglichkeiten hat in starker, ungetrübter und nicht untergrabener Aufstiegssehnsucht.

Er kann bei gutem Wollen innerhalb weniger Tage lebendig hineinwachsen in die geistigen Erkenntnisse und das geistige Erleben, weil er unter sich den festen Boden nicht verlor.

Leitet deshalb künftig auch bei allen Missionsarbeiten, bei allen Schulunterrichten das Wissen von Gott über das Wissen von den geformten wesenhaften Kräften und deren Wirken, daraus erst kann sich dann die höhere Erkenntnis für das Geistige und für das Reingeistige, zuletzt auch für das Göttliche und Gott entwickeln.

Das ganze Schöpfungswissen ist notwendig, um zuletzt zu einem Ahnen von der Größe Gottes zu gelangen und damit endlich auch zur wahren Gotterkenntnis! Der heutige Christenglaube kann nichts Lebendiges in sich tragen, weil ihm das alles fehlt! Das Notwendige dazu wird stets weggelassen und die Kluft ist nicht durch anderes zu überbrücken, als durch das von Gott dazu in dieser Nachschöpfung Gegebene.

Niemand hat aber aus ruhiger Beobachtung der bisherigen ganzen Entwickelung der Menschen hier auf Erden das Wichtigste gelernt: Daß alle Stufen, welche die Menschen dabei durchleben mußten, nötig waren, und deshalb auch heute nicht vermieden oder übersprungen werden dürfen! Die ganze Schöpfung gibt Euch ja das klare Bild und alle Grundlagen zur Ausführung dazu!

Deshalb hört, was ich Euch sage: Das Kind von heute ist bis zu seiner Reife unmittelbar nur mit dem Wesenhaften eng verbunden. In dieser Zeit soll es das Wesenhafte genau kennen lernen im Erleben! Erst mit der Reife geht es dann zur geistigen Verbindung über, aufbauend steigend in seiner Entwickelung. Es muß dabei aber fest und bewußt auf dem Wesenhaften als der Grundlage dazu fußen, darf die Verbindung nicht etwa abschneiden, wie es die Menschheit heute tut, indem sie es gar nicht zum Leben in den Kindern auferweckt, sondern im Gegenteil gewaltsam unterdrückt, in unverantwortlichem Dünkel. Es will und muß zum Aufstieg beides aber wissend verbunden sein.

Der Mensch von heute soll so weit als Schöpfungsfrucht gereift sein, daß er in sich gesammelt das ganze Ergebnis der bisherigen Menschheitsentwickelung trägt!

Was deshalb heute jedem Einzelnen allein die Kindheit ist, das war vorher in der ganzen Schöpfungsentwickelung eine große Menschheitsepoche als Gesamtentwickelung.

Achtet genau darauf, was ich damit sage!

Die erste Entwickelung durch Jahrmillionen drängt sich jetzt bei den Menschen der heutigen Schöpfungsentwickelungsstufe in die Kinderjahre zusammen!

Wer dabei nicht mitzugehen fähig ist, hat es eigener Schuld zuzumessen, er bleibt zurück und muß zuletzt wieder vergehen. Die Entwickelung der Schöpfung läßt sich durch die Trägheit der Menschen nicht aufhalten, sondern sie schreitet unaufhaltsam fort nach den in ihr ruhenden Gesetzen, die den Willen Gottes in sich tragen.

Früher war die Schöpfungsstufe so, daß die Menschen viele Erdenleben hindurch innerlich so bleiben mußten, wie heute die Kinder sind. Sie waren nur mit dem wesenhaften Wirken unmittelbar verbunden in langsamer Entwickelung durch Erleben, was allein zum Wissen und zur Erkenntnis wird.

Schon seit langem aber ist die Schöpfung immerwährend weiter vorschreitend nun soweit gekommen, daß die ersten Entwickelungsstufen der Jahrmillionen sich bei den Menschenfrüchten hier auf Erden nun in die Zeit des Kindesalters drängen. Es muß und kann die frühere Menschheitsepoche jetzt in den wenigen Erdenjahren innerlich durcheilt werden, weil die Erfahrungen der früheren Leben fertig in dem Geiste schlummern.

Aber sie müssen geweckt werden und dadurch zum Bewußtsein kommen; denn sie dürfen nicht schlummern bleiben oder gar weggedrängt werden, wie es heute geschieht. Es muß alles lebendig werden und bleiben durch wissende Erzieher und Lehrer, damit das Kind den festen Grund und Halt im Wesenhaften bekommt, den es zur Gotterkenntnis in dem Geistigen benötigt. Eine Stufe wächst immer erst aus der anderen heraus, wenn diese vollendet ist, nicht früher, und die vorhergehende darf dann auch nicht weggenommen werden, wenn die Treppe erhalten bleiben und nicht zusammenbrechen soll.

Erst mit der körperlichen Reife des Kindes kommt der Durchbruch der Verbindung mit dem Geistigen. Der Aufschwung dazu aber kann lebendig nur erfolgen, wenn es sich auf das Wesenhafte dabei wissend stützt. Nicht Märchen und Legenden nützen da, sondern allein Erleben, das bis zum Beginn der Reife abgeschlossen und vollendet werden soll. Es muß auch ganz lebendig bleiben, um das Geistige bewußt lebendig werden zu lassen. Das ist unumstößliche Schöpfungsbedingung, die Ihr alle hättet lernen müssen in Beobachtungen des Gewesenen!

Jetzt braucht Ihr es, oder Ihr könnt nicht weiter mit und müßt vergehen! Ohne klares Wissen von dem wesenhaften Wirken gibt es niemals geistiges Erkennen. Ohne klares Wissen von dem Geistigen und seinem Wirken kann die Gotterkenntnis nicht erstehen! Alles außerhalb dieser Gesetzmäßigkeit Stehende ist dünkelhafte Einbildung und Anmaßung, sehr oft auch ganz bewußte Lüge!

Fragt Euren Nebenmenschen nach den unumstößlichen Gesetzen Gottes in der Schöpfung. Kann er Euch darauf keine rechte Antwort geben, so ist er nur ein Heuchler, der sich selbst betrügt, wenn er von Gotterkenntnis und von rechtem Gottesglauben spricht!

Denn nach den unbeirrbaren Gesetzen Gottes kann er es nicht haben, weil es ihm anders unerreichbar bleibt!

Alles schreitet in der Schöpfung ohne Unterbrechung einheitlich voran nach unverrückbarem Gesetz! Ihr Menschen ganz allein geht noch nicht mit in Eurer Verblendung, Eurem lächerlichen Wissensdünkel, der demütiger Beobachtung entbehrt!

Die Kinder und Erwachsenen jetziger Zeiten gehen in der Gotterkenntnis wie auf Stelzen! Sie ringen wohl darnach, aber sie schweben damit oben in der Luft, haben keine lebendige Verbindung mit dem zum Halt unvermeidlich notwendigen Boden. Zwischen ihrem Wollen und dem Grunde, den der Aufbau nötig hat, ist totes Holz, ohne Empfindungsfähigkeit, wie bei den Stelzen!

Das tote Holz der Stelzen ist der angelernte Glaube, dem die Beweglichkeit und die Lebendigkeit ganz fehlt. Der Mensch hat wohl das Wollen, aber keinen festen Grund und keinen rechten Halt, was beides nur im Wissen der bisherigen Entwickelung der Schöpfung liegt, zu der der Menschengeist für immer untrennbar gehört! Er ist deshalb und bleibt auch stets mit dieser Schöpfung eng verbunden, kann nie über sie hinaus!

Menschen, erwacht! Holt das Versäumte nach. Ich zeige Euch noch einmal Euren Weg! Bringt endlich Leben und Bewegung in das starre Wollen, das Ihr habt, dann werdet Ihr die große Gotterkenntnis finden, die Ihr lange schon besitzen müßtet, wenn Ihr nicht zurückgeblieben wäret in dem Fortschritt der Entwickelung der großen Schöpfungen!

Eilt Euch, die Zeit der letzten Wende ist gekommen, wo Ihr Euch bewähren müßt und zeigen, ob Ihr auch noch weiter aufwärts folgen könnt, oder ob Ihr zurückbleibend verderben müßt!

Merkt Euch, Ihr dürft nichts ausschalten, was die gesamte Menschheit hier auf Erden schon erleben mußte; denn sie erlebte immer das, was für sie nötig war. Und ging sie dabei falsch nach dem eigenen Wollen, kam der Untergang. So wird es nun auch jetzt! Geht nicht noch einmal stumpf daran vorüber, wenn der große Weckruf in dem Leide zu Euch kommt! Es ist der letzte, der Euch trifft. Erwacht deshalb und haltet fest das Gleichgewicht, sonst werdet Ihr gestürzt und weggerissen! Die Schöpfung eilet vorwärts unentwegt und schüttelt alle faulen Früchte nunmehr ab.

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