Nachklänge zur Gralsbotschaft 1

von Abdrushin


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Inhaltsverzeichnis


43. Eine Seele wandert...

Ich erklärte in den letzten zwei Vorträgen die unmittelbar mit dem Erdensein der Menschen zusammenhängenden Vorgänge in den Ebenen der mittleren Grobstofflichkeit, die von den davon Wissenden bisher Astralebene genannt wurden.

Außer den darin genannten Vorgängen gibt es noch viele andere, die ebenfalls zu den Tätigkeitsfeldern der Wesenhaften gehören. Da diese Arbeitsarten aber erst mittelbar mit den Menschenseelen in Berührung kommen, wollen wir heute noch davon schweigen und vorerst einmal das Zunächstliegende nehmen: die Menschenseele selbst in Verbindung mit dem schon Erklärten.

Folgt mir deshalb einmal eine kurze Strecke auf dem Wege, den eine Seele nach dem Abscheiden von ihrem Erdenkörper wandern muß. Die ersten Schritte dabei wollen wir betrachten.

Wir stehen in der mittleren Grobstofflichkeit. Vor uns sehen wir die Schicksalsfäden verschiedener Farben und Stärken, von denen wir in den letzten Vorträgen sprachen, als wir die Tätigkeit der kleinen Wesenhaften betrachteten. Alles andere schalten wir einmal aus; denn in Wirklichkeit ist ja dicht beieinander und durcheinanderfließend noch viel mehr vorhanden auf der Strecke als nur diese Fäden. Alles in strengster Ordnung nach den Gesetzen in der Schöpfung schwingend. Aber wir schauen weder rechts noch links, sondern bleiben nur bei diesen Fäden.

Diese Fäden ziehen anscheinend nur schwach bewegt dahin, ohne besondere Tätigkeit; denn es sind solche, die schon lange gesponnen wurden. Da beginnt der eine davon plötzlich zu erbeben. Er zittert und bewegt sich mehr und mehr, schwillt an, vertieft die Farbe und beginnt in allem lebhafter zu werden... Eine Seele hat sich von einem Erdenkörper gelöst, die mit diesem Faden verbunden ist. Sie kommt der Stelle näher, an der wir harren.

Es ist ein Bild ähnlich wie bei einem Feuerwehrschlauche, in den plötzlich Wasser getrieben wird. Man kann dabei genau den Weg des nahenden Wassers beobachten, wie es in dem Schlauche weiter und weiter vorwärts dringt. So ist der Vorgang bei den Schicksalsfäden, die zur Auslösung kommen, wenn die Seele den damit vorgezeichneten Weg wandern muß. Die Ausstrahlung des Geistes in der Seele strömt dieser voraus und belebt den Faden ihres Weges, auch wenn dieser Faden bis dahin nur schwach tätig war. In dieser Belebung verstärkt sich die Anspannung und zieht die Seele energischer dorthin, wo die nächste Verankerung dieses Fadens liegt.

Bei dieser Verankerungsstelle wimmelt es von Gleicharten solcher Fäden, die wieder mit Seelen verbunden sind, welche noch auf der Erde weilen in den grobstofflichen Erdenkörpern. Andere Seelen wieder befinden sich schon an der Stelle, wenn sie bereits von der Erde abgeschieden sind und nun hier an diesem Orte die Früchte genießen müssen, die in der Tätigkeit und Obhut der kleinen Wesenhaften reiften nach der Art der Fäden, die wie Samenstränge wirken.

Die Formen dieser Früchte sind an diesem einen Orte von ganz bestimmter, einheitlicher Art. Nehmen wir einmal an, es sei eine Stätte des Neides, der ja auf Erden so sehr verbreitet ist und bei den Erdenmenschen ausgezeichneten Boden hat.

Deshalb ist auch der Platz der Verankerung dieser Fäden ungeheuer groß und vielseitig. Landschaft an Landschaft, Städte und Dörfer mit den entsprechenden Betätigungen aller Arten.

Überall aber lauert ekelerregend der Neid. Alles ist damit durchzogen. Er hat fratzenhafte Formen angenommen, die sich in diesen Gegenden bewegen und betätigen. Betätigen an allen Seelen, die an diesen Ort gezogen werden, in ausgesprochenster, erhöhter Weise, damit die Seelen dort verstärkt an sich erleben, womit sie hier auf Erden ihre Nebenmenschen aufdringlich bedachten.

Mit Einzelschilderungen dieser Stätte wollen wir uns nicht befassen; denn sie ist so tausendfacher Art, daß ein fest gegebenes Bild darüber nicht ausreicht, um nur den Schatten eines Begriffes damit geben zu können. Aber der Ausdruck ekelhaft ist eine sanfte und ungemein beschönigte Bezeichnung dafür.

Hierher führt der Faden, den wir beobachteten und den wir plötzlich beweglicher, farbenkräftiger, frischer werden sahen durch das Nahen der von der Erde abgeschiedenen Seele.

Indem die Seele nun dem Orte selbst sich zubewegt, wird auch dort an einer ganz bestimmten Stelle, wo der Faden fest verankert ist, alles nach und nach beweglicher und farbiger, nennen wir es ruhig einmal lebendiger. Alles flackert auf.

Dieses Aufleben geht aber ganz unbewußt von dem Geiste der Seele aus; es kommt durch dessen Ausstrahlung, auch wenn diese Seele, wie in den meisten Fällen, mit noch geschlossenen Augen den Weg zurücklegt. An Ort und Stelle erwacht sie dann dort, wo es bei ihrem Nahen durch die Ausstrahlung gerade erst lebendiger geworden war; denn es sind die Früchte des Fadens, oder auch vielleicht verschiedener Fäden, der oder die mit gerade dieser Seele verbunden sind, weil sie von ihr gezeugt wurden.

Durch das Lebendigwerden in der eigenen Ausstrahlung der betroffenen Seele prägt der dieser Seele innewohnende Geist seiner neuen Umgebung, die bereits darauf harrte, eine gewisse eigenpersönliche Note auf, die immer anders ist als die der anderen Seelen. Es ist dadurch sozusagen stets für jede Seele eine ganz bestimmte Welt für sich, trotzdem alles miteinander verwoben wird, gegenseitig sich auch belästigt bis zum Überdruß und alles wie eine einzige, große, gemeinsame Ebene betrachtet werden kann.

Daher kommt es auch, daß das Erleben, das an dieser Stätte so viele Seelen gleichzeitig haben und im Grunde genommen auch in gleicher Form, trotzdem von jeder einzelnen Seele immer nur in der ihr allein gehörenden eigenen Art erlebt und durchlebt wird! Daß also jede Seele einen ganz anderen Eindruck davon erhält als die anderen Seelen, die das gleiche mit ihr durchleben müssen. Ja, noch mehr, sie wird es auch anders sehen als eine zweite oder dritte Seele, die das gleiche Bild vor sich hat.

Stellt Euch das einmal vor. Eine Seele erwacht an einem solchen Orte. Dieser Ort oder diese Ebene hat ein ganz bestimmtes Bild in seiner Formung und allem, was sich darin bewegt. Auch die Vorgänge darin sind einheitlich zu nennen, weil auch sie einem einzigen, großen Gesetze unterworfen bleiben und sich darin auswirken.

Diese von uns gedachte Seele sieht nun die anderen schon dort befindlichen oder nach ihr dahin kommenden Seelen dasselbe erleben, was zu erleben sie auch selbst gezwungen ist. Sie sieht es aber von sich und den anderen in einer ganz bestimmten, nur ihr eigenen Art und durchlebt es auch dementsprechend.

Daraus darf nun nicht der Schluß gezogen werden, daß auch die anderen Seelen alles genau so sehen und erleben wie diese eine von uns genannte Seele; denn es ist nicht so, sondern jede dieser Seelen sieht und erlebt es ihrer eigenen persönlichen Art entsprechend ganz anders als die anderen! Sie sehen die Vorgänge anders, ebenso die Farben und Landschaften.

Das kommt daher, weil die Ausstrahlung des eigenen Geistes der Umgebung dort auch den nur diesem besonderen Geiste angehörenden persönlichen Ausdruck gibt, ihn also seiner Art entsprechend belebt. Das mag Euch für den ersten Augenblick sehr sonderbar erscheinen.

Aber ich kann Euch vielleicht einige allerdings viel schwerfälligere Ähnlichkeiten aus der schweren Erdenstofflichkeit dazu geben, die Euch ein Ahnen davon werden lassen zu leichterem Verstehen.

Nehmen wir zwei Menschen an und lassen diese einmal einen schönen Park besuchen. Selten, daß beide zusammen ohne besondere Verständigung den gleichen Punkt als den schönsten darin bezeichnen, auch wenn sie nebeneinander den Park durchwandern. Jeder findet für sich etwas anderes schön. Der eine vielleicht überhaupt nichts, sondern er sagt nur aus Höflichkeit so, während er den wilden Wald dem gepflegten vorzieht.

Es wird dann einfach damit abgetan, daß es heißt, der eine hat keinen „Sinn“ für das, was der andere für schön erklärt. Darin liegt aber eine gewisse Weisheit. Das „Sinnen“ des einen geht einfach eine andere Richtung! Deshalb erscheint ihm auch das Bild anders als seinem Begleiter.

Es ist in dem Erkennen eines Bildes, in der Art, wie man es sieht, das rein persönliche Sinnen oder die Richtung des Sinnens dessen, der es betrachtet, ausschlaggebend, nicht das betrachtete Bild oder die Landschaft selbst. Der eine erlebt es anders als der andere.

Das, was sich hier in einer solchen Art schwerfällig zeigt, ist in den leicht bewegbaren Schichten der Stofflichkeit lebendiger, eindringlicher. Und so kommt es, daß eine gleiche Stätte mit gleichen Vorgängen verschiedenes Erleben der einzelnen Seelen hervorruft, je nach deren eigensten Arten.

Wir können aber hierbei tiefer dringen.

Nehmen wir wieder zwei Menschen als Beispiel. Es wird diesen in der Jugend eine Farbe gezeigt und dabei erklärt, daß diese Farbe blau sei. Jeder dieser zwei Menschen hält dann diese von ihm gesehene, ganz bestimmte Farbe stets für blau. Damit ist aber nicht bewiesen, daß beide diese bestimmte Farbe auch in gleicher Art sehen! Es ist das Gegenteil der Fall. Jeder sieht diese von ihm blau genannte Farbe in Wirklichkeit anders als der andere. Auch hier im grobstofflichen Körper schon!

Wenn Ihr auch die grobstofflichen Augen genau untersucht und findet sie vollkommen gleichgeartet in ihrer Beschaffenheit, so ist dies Gleichbeschaffene nicht für die Bestimmung der Art des Schauens der Farben ausschlaggebend. Dazu spricht das Gehirn noch mit und außerdem als Hauptsache die persönliche Art des Menschengeistes selbst!

Ich will versuchen, die Erklärung weiter auszudehnen. Bleiben wir bei blau. Ihr selbst habt dabei eine ganz bestimmte Farbe vor Euch, die Euch einst als blau bezeichnet wurde mit allen ihren Abstufungen. Und wenn Euer Nebenmensch, der ebenso belehrt wurde, auch unter allen Farben auf Eure Frage darnach immer die gleiche Farbe heraussuchen wird, die Ihr selbst mit blau bezeichnet, so ist das kein Beweis dafür, daß er diese auch von ihm als blau genannte Farbe genau so erschaut wie Ihr!

Denn für ihn ist gerade diese ganz bestimmte Art blau. Wie sie für ihn in Wirklichkeit aussieht, das wißt Ihr nicht. Er wird und muß natürlich alles, was diese von ihm geschaute und derart bezeichnete Farbe trägt, als blau aussprechen, wie er auch die weiße Farbe als schwarz bezeichnen würde, wenn sie ihm von Anfang an so benannt worden wäre. Er wird immer für die eine bestimmte Farbe blau sagen, die auch Ihr blau nennt. Aber er sieht sie trotzdem nicht in derselben Art wie Ihr!

Nicht anders bei dem Ton. Ein bestimmter Ton, den Ihr hört, ist für Euch zum Beispiel ein „E“. Für jeden! Weil er ihn als solchen zu hören und zu bezeichnen erlernte. Er wird ihn auch mit dem Munde selbst so formen. Aber immer nach seinem eigenen Sinne, der natürlich stets denselben Ton dafür bringen wird, der auch Euch für „E“ gilt. Aber es ist durchaus nicht damit gesagt, daß er ihn wirklich auch so hört, wie Ihr ihn hört. Sondern er hört ihn in Wirklichkeit immer nur nach seiner Geistesart, anders als sein Nebenmensch.

Nun komme ich zu dem, was ich damit erklären will. Die Farbe ist an sich in der Schöpfung feststehend und jede für sich unverändert, ebenso der Ton. Aber das Erleben dieser Farbe und des Tones ist bei jedem Menschen seiner eigenen Art entsprechend anders. Das ist nicht einheitlich!

Und zu dem Erleben gehört auch das Schauen, sei es nun grobstofflich in seinen verschiedenen Arten, oder feinstofflich, wesenhaft oder geistig. Wie mit der Farbe und dem Ton, so ist es auch mit der Form.

Jeder von Euch erlebt seine Umgebung anders, sieht und hört sie anders als der Nebenmensch. Ihr habt Euch nur daran gewöhnt, einheitliche Bezeichnungen dafür zu finden, in denen aber das Lebendige fehlt! Ihr habt das Bewegliche damit in feste Formen gepreßt und denkt, mit diesen festen Formen Eurer Sprache muß für Euch auch alle Bewegung in der Schöpfung erstarren!

Dem ist nicht so. Jeder Mensch lebt und erlebt ganz nach seiner eigenen Art! So wird er auch das Paradies einst anders sehen und erkennen als sein Nebenmensch.

Und doch, wenn einer davon ein Bild entwerfen würde, so, wie er es schaut, dann würden die anderen in dem Bilde sofort auch das als richtig erkennen und sehen, was sie selbst unter dem Paradiese erlebten; denn sie sehen ja das Bild auch wieder nach ihrer eigenen Art, und nicht so, wie es der erschaut, der es als Bild wiedergab.

Die Sache an sich ist immer dieselbe, nur das Schauen der Menschengeister ist verschieden. Farbe ist Farbe; aber sie wird von den Menschengeistern verschiedenartig aufgenommen. Ton ist Ton, und Form ist Form, in der ganzen Schöpfung von einer ganz bestimmten Art; die einzelnen Menschengeister aber erleben sie verschieden, stets ihrer Reife und ihrer Art entsprechend anders.

So kommt es ja auch, daß ein Mensch plötzlich das Frühjahr und alles Erwachen in der Natur auf eine ganz andere Art erleben kann, als es bis dahin in Jahrzehnten geschehen war, so, als ob er es noch nie richtig beobachtet oder „genossen“ hätte. Das trifft namentlich ein, wenn der Mensch irgend eine einschneidende Wendung durchmachen mußte, die ihn innerlich reifen ließ!

Natur und Frühjahr waren schon immer so; aber er hat sich geändert, und je nach seiner Reife erlebt er sie anders!

Alles liegt nur an ihm selbst. Und so ist es mit der ganzen großen Schöpfung. Ihr Menschen verändert Euch, nicht die Schöpfung! Deshalb könntet Ihr auch das Paradies bereits hier auf Erden haben, wenn Ihr in Eurer Reife darnach wäret. Die Schöpfung kann dieselbe bleiben, aber Ihr, Ihr und immer wieder nur Ihr habt Euch zu ändern, um sie anders zu erschauen und damit anders zu erleben. Denn das Schauen, Hören, Fühlen gehört ja zum Erleben, ist ein Teil davon.

So kommt es auch, daß die Welt von den Menschengeistern in millionenfachen Unterschieden geschaut und erlebt wird. Diese Unterschiede werden aber allein von den Menschen aus hineingelegt; denn die Schöpfung selbst hat an sich ganz einfache, sich immer wiederholende Grundformen, die nach einem einheitlichen Gesetz gebildet werden, reifen und zerfallen, um in denselben Formen wieder neu zu erstehen. Alles, was wirklich ist, ist einfach, aber dieses Einfache erleben die Menschen in tausenderlei Arten.

Nun kommt Ihr mit dem Wissen schon dem Vorgang näher, wie es der Seele ergeht, wenn sie von der schweren Erdenstofflichkeit gelöst ist. Wie sie in sich beschaffen ist, so erlebt sie das sogenannte Jenseits; denn sie belebt durch ihre eigene Ausstrahlung die Formen, die mit Ihr verbunden werden mußten, belebt sie in ihrer eigenen Art, die sich darin ausleben muß!

Daß sie dabei zur Erkenntnis kommen kann, ob es richtig oder falsch war, was sie sich da geschaffen hat, also welche Wege sie gegangen ist, bleibt ein besonderer Gnadenakt für sich. Einer von denen, die der Schöpfer in alles wob, damit die ringende Seele stets Rettungsanker hat, an allen Orten und zu allen Zeiten, um wieder hochzukommen aus den Verwirrungen, und bei wirklich gutem Wollen und rechtzeitigem Erkennen nicht verlorengehen muß.

Der vielseitige Notwendigkeitswert alles dessen, was in der Schöpfung ist, gibt in irgend einer Art selbst bei dem größten von den Menschen angerichteten Durcheinander immer die Möglichkeit zum Wiederaufstiege. Ob die Seele nun diese Möglichkeiten erkennt und nützt, ist ihre Sache ganz allein. Die Rettungsringe sind da! Sie braucht sie nur mit gutem Wollen zu ergreifen, um sich daran aufzuschwingen. —

Mit Veränderung seiner inneren Art sieht also der Mensch auch alles verändert an, so spricht der Volksmund schon. Es ist dies aber nicht nur Sprichwort, sondern der Mensch erschaut dann auch in Wirklichkeit tatsächlich alles anders. Mit der inneren Veränderung verändert sich sein Sehen und sein Hören in gewissem Grade; denn der Geist sieht, hört und fühlt durch die entsprechenden Werkzeuge in den einzelnen verschiedenartigen Ebenen, nicht das grobstoffliche oder feinstoffliche Auge an sich selbst. Verändert sich der Geist, verändert sich mit ihm die Art des Schauens und dadurch auch die Art des Erlebens. Die Werkzeuge spielen dabei gar keine Rolle; sie sind lediglich Vermittler.

Die Ausstrahlung des Geistes nimmt die Widerstände auf, auf die sie trifft, und leitet sie zurück zum Geist in einer Art von Wechselwirkung. Die Zurückleitung in dieser schweren Grobstofflichkeit läuft durch die dazu geschaffenen grobstofflichen Organe, wie Augen, Ohren, des Gehirnes. Das Gehirn ist dabei Sammelpunkt der Vermittelungen aller Unterorgane.

Hierüber sprechen wir erst später noch ausführlicher.

Ich versuche Euch heute nur damit klarzumachen, daß die Art des Eindruckes der Außenwelt, also der Umgebung, von dem jeweiligen Geiste selbst abhängig ist! Aus diesem Grunde wirkt ein und dieselbe Form stets anders auf die einzelnen Beschauer, auch wenn sie sich über deren Schönheit klar geworden sind. Und wenn ein Mensch eine bestimmte Form anders sieht als sein Nebenmensch, so muß bei Niederzeichnung die von dem einen gesehene Form für den anderen das Bild genau so ergeben wie die Form selbst.

In diesem Punkte muß ja alles wieder zusammentreffen in eins; denn nur das Sehen ist anders, nicht die tatsächliche Form.

Die Menschen haben sich für jede Form eine einheitliche Bezeichnung geschaffen. Die Bezeichnung dafür allein ist einheitlich, nicht aber die Art des Erkennens oder Schauens!

Auch darin seid Ihr bisher in Eueren Anschauungen falsch gegangen. Aber wenn Ihr nun von diesen Euch neu gezeigten Punkten aus dem Erleben in dem sogenannten Jenseits näher zu kommen sucht, wird Euch vieles klarer werden. So manches vermögt Ihr leichter zu verstehen, wenn ich in meinen Erklärungen nun weitergehen werde, und so vieles Rätselhafte wird sich lichten.

An diesem Euch Gezeigten liegt es auch, daß zwei oder mehr medial veranlagte Menschen ein und dieselbe Sache ganz verschieden sehen, hören und wiedergeben, ohne daß man ihnen darüber Vorwürfe zu machen berechtigt ist; denn sie sehen es nach ihrer Art, und deshalb immer anders wie der andere. Die dabei behandelte Sache selbst aber ist nur in einer ganz bestimmten Art. Und nur wer gelernt hat, mit diesen Vorgängen zu rechnen in der Kenntnis der Gesetze des göttlichen Willens in der Schöpfung, der weiß auch den Zusammenhang aus den verschiedenen Berichten genau zu finden und dabei das Rechte zu erkennen, wie es wirklich ist.

Ihr aber habt versucht, die Schöpfung und Euch selbst in starre feststehende Formen einzupressen, durch die Sprache, mit der Ihr Euch verständlich macht. Das gelingt Euch nie; denn die Schöpfung ist beweglich wie auch Euer Innenleben. Wenn Ihr jedoch darüber nachzudenken sucht, so denkt Ihr in den festgeformten Worten Eurer Sprache!

Überlegt Euch nur, wie unsinnig das ist. Die festgeformte Sprache reicht doch niemals aus, um Bewegliches richtig wiederzugeben!

Hierbei ist Euch das Hindernis schon wieder der Verstand, der nur in ganz bestimmten Worten wirken kann und auch nur ganz bestimmte Worte aufzunehmen fähig ist. Ihr seht darin, wie Ihr Euch damit festgekettet und geknechtet habt, daß Ihr Euch den Verstand als Höchstes für den Menschen dachtet, während er nur für die schwere Grobstofflichkeit dieser Erde brauchbar und verwendbar ist. Und auch dabei nur in beschränktem Maße, nicht für alles. Ihr erkennt so nach und nach, wie armselig in Wirklichkeit Verstandesmenschen sind.

Aus diesem Grunde rief ich Euch ja oft schon zu, daß Ihr mein Wort, die Botschaft aus dem Licht, so in Euch aufzunehmen suchen sollt, daß Ihr beim Lesen Bilder davon vor Euch seht! Denn nur in Bildern könnt Ihr sie verstehen, nicht mit den armseligen Worten dieser Erdenmenschen, welche zu verwenden ich gezwungen bin, um Euch davon zu sagen.

In Worten werdet Ihr die Schöpfung nie verstehen lernen, auch nicht das, was in Euch ist, weil alles das beweglich ist und bleiben muß, während die Worte alles nur in feste, starre Formen Zwängen. Und das ist unmöglich, ganz vergebliches Bemühen bei allem und für alles, was beweglich ist. Mit Worten kann Euch kein Verständnis dafür kommen!

Sobald aber die Seele alle Erdenschwere dieses Erdenkörpers ablegt, tritt sie in die Beweglichkeit der Schöpfung ein. Sie wird hineingezogen in das andauernde Wogen und das Wallen, und erlebt dann viel beweglicher ihre Umgebungen, welche oft wechseln in den Ablösungen, die auf jede Seele warten, zu denen sie gezogen wird durch die Belebung aller Fäden, welche an ihr hängen.

Und das ist alles wieder wechselwirkend. Wenn sich die Seele vom Erdenkörper zurückzieht, wenn sie von ihm abstrebt und ihn zurückfallen läßt, ihn also nicht mehr durchstrahlt, so gehen ihre Ausstrahlungen, die sich mit dem Freierwerden noch verstärken, dann nur nach der einen Richtung in ihrer vollen Stärke, der mittleren Grobstofflichkeit zu, wohin die Schicksalsfäden am nächsten verankert sind.

Dadurch erhalten diese eine viel kräftigere Belebung, die von der nun nach der einen Richtung gelenkten Ausstrahlung der Seele hervorgerufen wird, und in dieser Belebung wird auch deren Anziehungsfähigkeit verstärkt, die rückwirkend die verbundene Seele trifft und sie schärfer anzieht. Alles dies sind selbsttätige, ganz gesetzmäßige und damit auch ganz natürliche Vorgänge, die auch von Euch leicht zu verstehen sind, wenn Ihr Euch hineinzudenken versucht.

So wird die Seele ihren Weg gezogen von Bändern, die sie selbst belebt durch ihre Ausstrahlungen, welche sie nicht zurückhalten und nicht vermeiden kann. Und darin geht sie ihrer Läuterung oder auch ihrem Untergang entgegen. Alles immer wieder durch sich selbst. Die Wesenhaften formen nur und bauen nach dem Gesetz. Belebung der Formen und die Auslösungen schaffen sich die Seelen selbst durch ihre Ausstrahlungen. Und dieser Art der Ausstrahlungen entsprechend wirken dann auch mehr oder weniger stark die in solcher verschiedenen Weise belebten Formen rückwirkend auf die Seele.

Auch hier macht sich das Wort geltend: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. In diesem Falle ist es so: wie es in die Formen strahlt, so werden sie belebt und wirken dementsprechend. In dem allen liegt eine große, gesetzmäßige Einfachheit und unbeirrbare Gerechtigkeit! —

Was ich Euch hierin schilderte, gilt für die Menschengeister ganz allein; denn es liegt mit in Betätigung des freien Willens. Bei den Wesenhaften ist es wieder anders! —

Laßt diese Vorgänge einmal lebendig vor Euren Augen erstehen. Bemüht Euch darum; denn es ist der Mühe wert und wird Euch wechselwirkend reichen Lohn einbringen. Ihr werdet damit wiederum in einem Stücke dieser Schöpfung wissend. —

So war der bisherige Gang, den ich Euch schilderte. Nun aber kommt es wie ein Blitzstrahl aus dem Lichte! Göttliche Kraft schlägt unvermittelt, überraschend in die Schicksalsfäden aller Erdenmenschen wie auch aller Seelen, die sich in den Ebenen der Nachschöpfungen aufhalten.

Dadurch kommt alles nun unmittelbar und unerwartet zu der Endauslösung! Die Wesenhaften werden neu gestärkt zu unerhörter Macht. Sie wenden sich in ihrem Wirken gegen alle Menschen, die sie durch ihr Tun und Treiben bisher zwangen, dem Gesetze der Schöpfung gehorchend Unschönes formen zu müssen. Jetzt aber ist die Gotteskraft nun über allem Menschenwollen in der ganzen Schöpfung, der Gotteswille, der nur Reines, Gutes, Schönes formen läßt und alles andere vernichtet!

Die Gotteskraft ist auch schon in die Nachschöpfung gedrungen, um nun hier selbst zu wirken, und alle Wesenhaften greifen schnell in Freude und in Stolz, von dieser höchsten Kraft gestützt, in die zahllosen Maschen des Gewebes aller Schicksalsfäden für die Menschen, um sie jubelnd deren Ende zuzuführen!

Dem Lichtgebot gehorchend, zerreißen sie die Fäden, die nur schwach im Geistigen verankert sind, damit die Seelen völlig losgelöst vom Lichte bleiben, wenn die dunklen Schnüre scharf auf ihre Urheber zurückschnellen mit allem, was an ihnen hängt!

Aber auch das Zerreißen dieser Fäden geht in einer ganz gesetzmäßigen Weise vor sich, wobei die Art der Menschen selbst den Ausschlag gibt; denn die Wesenhaften handeln nicht willkürlich.

Göttliche Lichtkraft fährt blitzartig jetzt in alle Fäden! Die Fäden, welche in dem Lichte zustrebender Art entsprechend Ähnlichkeiten in sich tragen und durch wirklich starkes Wollen derer, die mit diesen Fäden verknüpft sind, auch kräftig genug wurden, das plötzliche Eindringen dieser ungewohnten Lichtkraft zu ertragen, erreichen damit eine ungeheuere Festigkeit und Frische, so daß die daran verknüpften Menschenseelen in starker Anziehung emporgerissen werden aus den Gefahren des Dunkels, und damit auch aus der Gefahr, mit in die Zersetzung hineingezogen zu werden.

Schwache Lichtfäden jedoch, von schwachem Wollen nur gezeugt, halten den plötzlichen, ungeheuren Druck göttlicher Kraft nicht aus, sondern sie versengen und werden dabei von den wesenhaften Helfern gelöst, wodurch die damit verknüpft Gewesenen dem Dunkel preisgegeben bleiben. Ursache zu diesem natürlichen Geschehen ist ihre eigene Lauheit, die die Fäden nicht fest und stark genug erzeugen konnte.

So findet Ihr in jeglichem Geschehen nur Gerechtigkeit! Deshalb ist es verheißen, daß die Lauen ausgespien werden, wie es buchstäblich vom Lichte aus damit geschieht.

Alle wesenhaften Helfer, groß und klein, werden nun frei davon, in der Erfüllung des Gesetzes unter Zwang des üblen oder falschen Menschenwollens Dunkles formen zu müssen. Und aus dem getrennten Dunkel wird gleichzeitig alles Wesenhafte noch zurückgezogen von der Kraft des Lichtes, dem sie sich in jauchzender Freude eng anschließen, um das Lichtgewollte nun zu formen und zu halten. Dabei erstarken sie in neuer Kraft, um in dem rauschenden Akkord zu schwingen mit der ganzen Schöpfung, inmitten des flutenden Gotteslichtes!

Ehre sei Gott, der Liebe nur säet! Liebe auch in dem Gesetz der Vernichtung des Dunkels!

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