Nachklänge zur Gralsbotschaft 2

von Abdrushin


1.BUCH ◄ ► 2.BUCH
English
Francais
Português
Русский
Česky
Inhaltsverzeichnis


9. Die rettende Sehnsucht

Eine grosse Sehnsucht zieht durch alle Erdenmenschen, welche noch nicht ganz in sich verloren sind: die Sehnsucht nach Befreiung ihres Geistes!

Wie die Befreiung vor sich gehen soll, darüber wird sich niemand klar. Sie alle haben nur Verlangen darnach, welches sich in auffallender Weise immer mehr verstärkt.

Und sonderbar: die Sehnsucht zeigt sich in so vielerlei Gestalt. Es legt sich Müdigkeit auf manche Seele, andere empfinden eine Trauer, die sie nicht begreifen können, sehr viele sehen sich von einer Unruhe gepackt, die ihnen Sorge macht, dagegen gibt es auch noch solche, die das Ahnen eines grossen Glücksempfindens in sich tragen, ohne einen Grund dafür zu wissen.

Eine grosse Menge aber gehen wie in einem Taumel, sie sind sehr leicht empfindlich, misstrauisch, gereizt, und in so manchen aufgeregten Nächten steht das Schreckbild einer Minderwertigkeit vor ihnen auf, dessen grinsende Ausdruckslosigkeit sie ratlos werden lässt, was wiederum zur Gier nach Einfluss und nach Macht aufpeitscht, um diese immer sichtbarer sich aufdeckende Lücke damit auszufüllen.

Je mehr sich diese Sorte Menschen geistig unrettbar versinken sehen, desto krampfhafter klammern sie sich an den Schein! Ihr ganzes Sinnen kann nur noch nach leerer Äusserlichkeit streben, die in grosse Worte eingekleidet wird, um im aufreibenden Rausche von Genüssen oder Festlichkeiten das sich immer mehr vordrängende Gefühl eigener Minderwertigkeit für Augenblicke zu betäuben.

Genüsse sind dabei nicht immer nur in der leiblichen Art zu suchen, sondern es gibt auch Genüsse falschen Herrschenwollens, in Befriedigung der Gier nach Macht oder der Eitelkeit, die sich in vielfältigen Arten zeigen kann, von unbeherrschter, eigensinniger Brutalität herab bis zu den lächerlichsten Spielereien, die als harmlos angesehen werden, aber doch in Wirklichkeit nicht harmlos bleiben, wenn sich solchen Spielereien Hindernisse in den Weg zu stellen suchen.

Alles Kindische birgt ja bekanntlich Grausamkeit in sich, sobald es gilt, Befriedigungen zu erzwingen.

Zuletzt bricht dann bei allen diesen Sinkenden, Verlorenen im Fühlen ihres Unvermögens unbegründet hasserfüllte Wut gegen die Menschen durch, die noch Wertvolles in sich tragen und ein echtes Können zeigen.

Der Neid lässt es nicht zu, dass sie sich dann mit solchen Menschen friedfertig verbinden, um deren Können segenbringend zu verwenden, es sei denn, dass zuvor die völlige Versklavung zugeschworen wird.

Doch auch das würde den innerlich so Gepeitschten keine Ruhe lassen, weil sie nach den eigenen Fehlern beurteilend dem Wort des anderen nicht trauen und nebenbei auch noch befürchten, deren Können bald zu unterliegen.

Sie fürchten, dass das Können anderer doch mit der Zeit nicht stets verborgen bleiben kann und klar zu Tage tritt, womit ihr eigenes Nichtkönnen dann nur umso schärfer sichtbar wird. Das kann die Eitelkeit am wenigsten ertragen. Schon der Gedanke daran weckt ein Aufbegehren, das nur auf Vernichtung sinnen kann.

So steigert sich neidvoller Hass bis zu den letzten Auswüchsen der geistig Sinkenden: dem unberechenbaren, ungerechten Wüten der völligen Unbesonnenheit: das Schicksal der Tyrannen!

Doch unter solcherart Tyrannen sollt Ihr Euch nun nicht etwa nur Führer grosser Völker denken; denn ich weise damit nicht auf einzelne Personen hin, auch soll nicht etwa Nero vor Euch auferstehen noch die tiefste Schmach der sogenannten Christenheit zur Zeit der gottesfeindlichen Inquisitionen durch die Kirchen, sondern Ihr sollt nur beobachten und lernen in der Gegenwart, damit Ihr geistesfreie Menschen werdet, wie sie Euer Schöpfer haben will!

Ich will Euch damit Eure Geistesaugen öffnen; denn der Schöpfer spricht in dieser Zeit zu Euch in jeglichem Geschehen, so deutlich wie noch nie, auf dass Ihr daran reifet in dem Geiste!

Ihr könnt Tyrannen finden überall, in den Berufen, der Gesellschaft und in den Familien! Es sind ihrer jetzt viel mehr als je; denn alle Menschen stehen im Gericht! Deshalb entwickelt sich auch alles schneller, stärker als es je gewesen ist.

Achtet der Zeit und auch der Zeichen, welche ich Euch mit meinen Erklärungen benenne. Es wird Euch starken Nutzen bringen, wenn Ihr alles in Euch zum Erleben kommen lasst!

Ich gab Euch mit der Schilderung den Zustand der jetzigen Menschheit wieder, so, wie sie heute ist, ohne dass sie selbst es weiss.

Sie ist bereits geteilt in zwei bestimmte Gruppen. Die eine Gruppe sind die Erstgenannten, deren Seelen von Sehnsucht durchzogen unbewusst etwas erwarten, das sie selbst noch nicht benennen können, da die Zeit dafür erst kommt.

Die zweite Gruppe bildet sich aus den zuletzt Genannten, die dem Untergang zustreben, welchen sie sich selbst bereiten müssen nach dem allheiligen Willen Gottes. Zu dieser Gruppe zählen auch noch alle die, welche aus Trägheit oder freiem Wollen sich den Sinkenden verbrüdert haben.

Es ist der Vorgang schon die Teilung der gesamten Erdenmenschheit in die Böcke und die Schafe, wie es einst verheissen ward!

Die grosse Grunderfüllung zum Gericht ist schon vollendet, und die Menschen ahnen nichts davon! Sie leben in dem Taumel ihrer Vorstellungen unter Träumen von der Grösse und Bedeutung ihres Seins dahin... dem Ende zu, das sie sehr bald zur Wirklichkeit erwecken wird, damit zu der Verantwortung für jedes Denken, jedes Wort und jedes Tun!

Es ist dies alles unvorstellbar für die Menschen, weil sie es sich viel kleiner denken als es vor sich geht, und doch sich selbst viel grösser dabei einzuschätzen suchen, als sie wirklich sind.

Ganz zwecklos wäre es, ein grosses Bild zu geben von der Zukunft. Nutzen bringt Euch nur, wenn Ihr von dem wisst, was jetzt vor sich geht, wenn Ihr die Gegenwart erkennt und daraus für die Zukunft reiche Früchte erntet!

Seid wach, beobachtet und prüft, ohne selbst darin zu versinken! Und dazu gebe ich Euch die Erklärungen; denn wissend sollt Ihr alle Wandlungen erleben können. Wer es versäumt, ahnt nicht, welchen Gewinn für sich er damit aufgegeben hat.

Erfasset meine Worte und schaut um Euch! Wie Schuppen wird es dann von Euren Augen fallen.

Der Ursprung alles dessen, was ich heute nannte, das die Scheidung immer deutlicher zu Tage treten lässt, ist den Menschen nicht bekannt, trotzdem sie die Geschehen selbst an sich erleben müssen. Es ist auch völlig ausgeschlossen, dass sie sich der Folgen irgendwie erwehren könnten oder dass sie etwas daran zu ändern vermöchten, es sei denn, sie änderten sich selbst! Das ganz allein könnte ihnen Erleichterung verschaffen, sonst nichts in der Welt.

Alle sind diesem Geschehen unterworfen, ob widerstrebend oder willig, und auch Ihr, ein jeder Einzelne. Bedingungslos seid Ihr ihm ausgeliefert. Das alles aber ist der Anfang, der mit unheimlicher Schnelle sich zum Ende steigert. Zum Ende, das für viele nur ein Ende mit den grössten Schrecken sein kann und sein wird, für wenige ein Ende, das die geistige Befreiung bringt von Banden, die Jahrtausende auf ihnen lasteten als selbst herbeigezwungenes Verhängnis, das sie heute über sich ergehen lassen müssen.

Für die rettende Sehnsucht aber wie für das Heranentwickeln zu der scharfen Grenze einsetzender Selbstvernichtung ist die Ursache die gleiche Kraft: der Druck des Lichtes aus dem Urlichte, der Heilige Wille aus Gott!

Dieser ist zur grossen Menschheitswende so verstärkt, dass er nun reinigend und alles wieder in das einheitliche Schwingen der harmonischen Schöpfungsgesetze zwingend die Welten durchströmt und nun auch diese Erde noch als letztes Werk erfasst, sie unerbittlich fest umklammert hält, im Ringschluss auslösend, was je darauf geschehen ist, damit vernichtend oder auch erhebend, auslöschend, was nicht mehr in seinen unverbiegbaren Gesetzen schwingen will, belebend, was sich willig einzufügen sucht.

Was Ihr an Hand dieser Erklärungen nun sehen werdet, um daran zu reifen, sind die ersten, irdisch sichtbaren Auswirkungen des ungeheuren, auf Erden nie gewesenen Lichtdruckes!

Bald und in immer schneller werdender Folge reihen sich die anderen Auswirkungen nun an, unaufhaltsam, bis zuletzt auch Eure Erde gereinigt ist von allem Falschen und von allem, das sich nicht den Gottgesetzen einfügen wollte, um eigenem Wollen und Denken den Vorzug zu geben.

Euch kann zur Zeit nur das zu wissen dienen, was Ihr selbst zu beobachten fähig seid, und deshalb mache ich Euch auf das schon für das Ende des Gerichtes grundlegende jetzige Geschehen aufmerksam; denn es scheidet alle Menschen in die Versinkenden und die, welche gerettet werden können!

Zahllos sind die Zeichen, die den Beginn des Endgerichtes künden, doch die Menschen hasten an ihnen vorüber in der Annahme oder der Selbsttäuschung, dass alles ja schon oft gewesen ist.

Doch sie vergessen dabei, die Verhältnisse einander gegenüberzustellen, unter denen dies oder jenes bereits früher vorgekommen ist. Es sind darin sehr grosse Unterschiede, die nicht übersehen werden dürfen, wenn man richtig beurteilen will.

Vor allen Dingen darf der Mensch auch nicht so furchtsam, feige oder oberflächlich sein, an der jetzigen, unbedingt auffallenden Fülle der Geschehen achtlos vorübergehen zu wollen, seien es nun Natur- oder Wirtschaftskatastrophen, Morde und Selbstmorde, politische Wirren, das Ringen um Erdenmacht zwischen Staaten und Kirchen, und alles andere mehr.

Noch nie war gleichzeitig in so reicher Fülle alles das, wie es heute ist. Das allein schon müsste jedem Denkenden den Hinweis auf beschleunigtere Auslösungen geben, die sich sichtbar anhäufen, es müsste die Ahnung erwecken von einem gewaltigen Weltenringschlusse durch höhere Macht, als es der Menschen Wille und Können ist, und einer damit verbundenen Vergeltung.

Das Falsche wird darin vergehen, nur das Gute bleibt. Das Gute oder Falsche dabei aber nicht nach Menschensinn gemessen, sondern nur nach Gottessinn!

Die Menschen bleiben selbstgewollt so ahnungslos von allem! Aus Furcht, aus Oberflächlichkeit und Leichtsinn, oder auch aus Dünkel. Nicht an der letzten Stelle dabei steht die Geistesträgheit. Sogar sehr viele von den Lichtsuchenden können sich nicht ganz davon befreien. Ich wies schon in dem letzten Vortrag auf die Geistesträgheit hin, die sogar so weit geht, dass nicht einmal Verstandeskluge wirklich „denken“ wollen über Dinge, die sich nicht auf ihre ehrgeizigen Erdenziele richten!

Die Menschen wollen nicht verstehen und werden alles erst erkennen, wenn das Erkennen für sie keinen Zweck mehr hat. Alle Rufe aus dem Lichte zur Erweckung sind deshalb vergebens.

Gedankenlos berufen sich die Menschen bei allem für sie Neuem auf die Warnung vor falschen Propheten zu der Zeit des Erdenseins des echten grossen Helfers aus dem Licht, der gleichzeitig das Gericht auslöst.

Gedankenlos sprechen sie von dem allen und man sieht dabei die Leere und die Unreife der Seelen, den Unwert eines solchen Menschengeistes für die Fortentwickelung, da seine Trägheit jede Aufstiegsmöglichkeit versäumen wird und neuen Offenbarungen nur hemmend in den Weg sich legt, sodass die Liebe aus dem Lichte zur Errettung keinen Eingang finden kann.

Wer von den Menschen macht sich klar, dass unter den falschen Propheten nicht nur einseitig der Begriff von Bringern neuer Offenbarungen gemeint sein kann, sondern dass ein jeder Einzelne von denen damit betroffen wird, der vorgibt, auch nur einen Teil des Werkes erfüllen zu können, das der Kraft des verheissenen Lichtgesandten harrt.

Auch nicht nur jene sind damit gemeint, die versichern, der wiedergeborene Heiland sein zu wollen, was an sich schon das eigene Unwissen über die Aufgabe des verheissenen Menschensohnes deutlich zeigt, sondern es sind weit mehr davon betroffen.

Um das aber beurteilen zu können, muss ein anderes Wissen vorausgehen: Das Wissen von der wirklichen Aufgabe des verheissenen Menschensohnes auf Erden!

Hierbei stockt schon alles, wenn Ihr es Euch überlegt. Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der ein tatsächliches Wissen darüber hat! Viel wird zwar schon davon geredet seit Jahrhunderten, aber wirkliches Wissen darüber ist nicht vorhanden. Mit selbst nicht verstandenen Worten aus der Bibel wird jedem Fragenden eine Antwort erteilt, die keine Aufklärung gibt und wiederum nur das haltlose Tasten aller wissendseinwollenden Menschen in den Vordergrund drängt, damit es deutlich sichtbar werde.

Ein falscher Prophet ist eigentlich der Mensch, der sich erkühnt zu behaupten, etwas vollbringen zu können von dem, das dem verheissenen Gottgesandten vorbehalten ist!

Und deren gibt es heute viele, da es sich um Erdenwirken handelt, nicht nur um Belehrung; denn der Verheissene wird ja der einzige und wahre Helfer der Menschheit in ihren Seelen- und Erdennöten sein!

Die falschen Propheten zu rechter Stunde zu erkennen, wird den Menschen nicht zu schwer fallen, da sie es selbst an sich erleben müssen, um zu der Erkenntnis zu gelangen, weil sie Worten vorher ja nicht glauben würden.

Es wird alles Werk der Menschen, die als falsche Propheten den Menschen etwas versprochen haben, was sie ihnen nicht geben können, nun haltlos zusammenbrechen oder gar nicht erst erstehen, worin die Menschheit erkennen muss, wenn auch in bitterem Erleben, dass sie falschen Versprechungen vertraut haben, an ein vorgetäuschtes Können glaubten, das nicht vorhanden war.

Das sind also die eigentlichen falschen Propheten, wie sie in der Verkündung gemeint sind, da denen, die an sie glauben, bitteres Erleben werden muss in schmerzender Enttäuschung.

Die sich jedoch als wiedergeborenen Jesus ausgeben, sind gar nicht zu den falschen Propheten zu rechnen, sondern sie sind Lügner, die selbst keine Ahnung von der Aufgabe des Menschensohnes besitzen noch weniger die Fähigkeit dazu, auch nur den kleinsten Teil davon beginnen zu können. Sie wissen ja nicht einmal, dass Jesus und der Menschensohn nicht eine Person sind, sondern zwei verschiedene Personen, menschlich ausgedrückt, wenn sie auch eins sind in dem Sinne, wie Jesus von sich sagte: Ich und der Vater sind eins!

Sonderbar, dass auch so mancher Christ das nicht begreifen will, der doch stets als selbstverständlich und auch richtig von dem Dreieinigen Gotte spricht, der Drei ist und doch Eins! Und Jesus, der ein Teil dieser Dreiheit ist, ihn trennt er unbedenklich als für sich stehend und wirkend, alleinstehend als Heiland in Person. Er hat darin auch gar nicht Unrecht, aber er versteht es nicht! Denkt auch nicht darüber nach, weil er zu träge in dem Geiste ist.

Doch gehen wir noch etwas weiter. Der Mensch, der ablehnend auf die falschen Propheten hinweist, muss auch wissen, dass die auftauchenden falschen Propheten gerade eins der vielen Zeichen sind, die das Auftreten des wirklichen Gesandten künden!

Ja, dann müsste doch wenigstens der wirklich Suchende auf der Wacht stehen, damit er den Rechten nicht versäumt! Es darf ihm doch keine Ruhe lassen und muss zum ernstesten Prüfen alles Gebotenen anspornen, damit er dem Kommenden ohne Säumen ein Helfer werden kann und nicht etwa statt dessen ein Hemmnis ist auf seinem Wege! Oder gar ein Ärgernis!

Er, der Erdenmensch, muss sich bemühen ihn zu erkennen! Das ist eine der von Gott bedingten Aufgabe für ihn, damit er diesmal des Heiligen Wortes für wert sich erweist. Darin aber handelt ja auch der sich Suchender nennende Mensch viel zu leichtfertig, wenn man die Suchenden betrachtet und beobachtet. Doch nicht allein der Leichtsinn, oder besser die gewohnte Oberflächlichkeit durch Geistesträgheit ist der Grund dazu, sondern gerade bei Suchenden spricht in erster Linie die Eitelkeit, der Dünkel!

Diese Schwäche allein wird die grössere Hälfte aller sich Lichtsucher nennenden Menschen in das Verderben stürzen! Und es ist nicht schade um sie; denn sie sind Heuchler, da sie nicht den Ernst dazu verwenden, der dem Wort aus Gott gebührt und sich nur sonnen wollen in dem eitlen Streben, das der Demut vollständig entbehrt.

Und Demut ganz allein öffnet das Tor zu dem Erkennen alles dessen, was vom Lichte kommt!

Doch gehen wir auch über diese Tatsache hinweg, dann bleibt noch immer ein für Viele ganz unüberwindbar erscheinender Punkt: Wie stellen sich die Suchenden diesen Verheissenen in seinem Erdenleben und in seinem „Kommen“ vor! Unter dem Ausdrucke „Kommen“ ist in diesem Falle das „Hervortreten“ gemeint; denn dass er nicht grobstofflich schon als Mann vom Himmel fallen wird, ist doch wohl jedem Menschen klar, auch dass er nicht als Kind erscheint.

Sie stellen sich in Wahrheit gar nichts vor! Doch dafür stellen sie von vornherein ziemlich eng begrenzt Bedingungen mit ihren ungeformten Hoffnungen oder Erwartungen!

Ganz obenan steht schon der Wunsch, dass er aus ihren jeweiligen Kreisen kommen möchte! Anders vermögen sie es sich gar nicht zu denken, weil sie ein erstes Anrecht darauf zu haben wähnen, da sie ja an sein Kommen glaubten, früher als die anderen.

Er muss sich ihrer selbstverständlich annehmen, das ist seine Pflicht; denn dazu kommt er ja als Helfer in der Not, er soll sich vielleicht gar von ihnen führen lassen; denn er ist ja erdenfremd und braucht die fürsorgenden Ratschläge, die sie mit ihren schon gesammelten Erderfahrungen ihm bieten! So würden sie ihm gerne eine Zukunft zimmern, die er ihnen zu verdanken hat Und rückwirkend würde der Segen dann für sie schon auch nicht ausbleiben.

Kurz, alles Denken, alles Wollen ist rein irdisch, im Rahmen ihres kleinen Erdendenkens, ihrer Erdbegriffe, vermischt mit vielen stillen Wünschen.

Sie überlegen nicht, dass er bei dem Beginn schon seine eigenen Erfahrungen gesammelt haben muss, und völlig unerkannt bis dahin, damit jede Beeinflussung ganz ausgeschlossen bleibt, sondern die Menschen sich so zeigen, wie sie wirklich sind, in allen ihren Schwächen, ihren Fehlern, und in allem Übel! Auch ihm selbst gegenüber.

Dass alles dies in der natürlichsten und einfachsten Alltagsumrahmung nur erfolgen kann und in tatsächlichstem Erleben, so weit geht die menschliche Überlegung nicht. In grundlosester Oberflächlichkeit und eigentlicher Gleichgültigkeit hegt man die Erwartung von besonderen, nicht irdischen, aussergewöhnlichen Geschehen! Recht auffallend dazu.

Warum? Darüber gibt sich niemand Rechenschaft. Auch denkt niemand daran, dass sich gerade Auffallendem sofort alles gegenüberstellen würde, was einigermassen Macht und Einfluss hier zu haben glaubt, ganz abgesehen davon, dass Auffallendes nie die Gelegenheit zu tiefen Einblicken erhalten könnte.

Es ist nicht so, dass aus dem Lichte Kommende der Erdenmenschen Kleinheit in dem Denken und das Übelwollen leicht durchschauen oder gar verstehen können; denn das Übel ist dem Lichte fremd und unverständlich. Verstehen ja doch Eltern oft die eignen Kinder nicht, die gleicher Art mit ihnen sind, während das Licht vollkommen artfremd jedem Menschlichen verbleibt.

Mit grosser Mühe nur in eigenem Erleben und Erleiden kann dem Lichtgesandten das Erkennen werden aller Übel auf der Erde und vor allem jedes Übelwollens, ein Verständnis dafür aber nie, da Übel überhaupt nicht zu verstehen ist, weil es keine Begründung hat zu dem Bestehen in der Schöpfung.

Also muss eine grosse Erdenzeit des Kennenlernens aller Menschenübel und auch alles Menschendenkens diesem „Kommen“ schon vorausgegangen sein, weil mit dem Kommen bereits das Gericht und dann die Hilfe einzusetzen hat. Und Hilfe kann nur jemand geben, der die Schwächen und die Stärken genau kennt.

Das alles ist sehr einfach und es könnte, müsste jeder Mensch sich sagen, wenn er nicht zu geistesträge dafür wäre, und zu gleichgültig darüber. Und gleichgültig ist er, weil er als Suchender wohl davon spricht, aber in seinem Innersten nicht mitzuleben sucht.

Es fehlt jede Verbindung inneren Empfindens mit den Worten, und damit jeder wahre Halt. Er sucht! Dasist bei ihm das einzige, was nicht als Lüge angesprochen werden kann. In der Bezeichnung „suchen“ liegt auch schon die Antwort, dass er nichts gefunden hat.

Da aber von dem Lichte aus verheissen ist, dass der, der ernsthaft und in Demut sucht, auch finden wird nach dem Gesetz, so zeigt dies, dass die Sucher, die sich heute also nennen, keine wahren Sucher sind, dass ihnen allen die Hauptsache dazu fehlt, die Demut!

Diese ist bei denen, die sich heute suchend nennen, tatsächlich nicht zu finden, und am wenigsten gerade dort, wo von Demut gesprochen wird! Die Menschen wissen gar nicht mehr, was Demut in dem Geiste ist, weil sie den Geist in sich verschlossen halten durch ihren Verstand, der lediglich den Dünkel kennt und Eitelkeit und über Demut lächelt.

Aber genug davon. Die Zeit ist da, wo aller Dünkel nun kläglich in sich zusammenbrechen wird in jammervollem Leid, sodass der Mensch von selbst aus sich heraus zur Demut kommen muss oder zusammenbricht, um nie mehr aufstehen zu können. Erleben ist allein noch Hilfe für die Menschheit, die nicht hören will!

Die Sucher oder auf Erfüllung Wartenden haben sich in die eigenen Gedanken so hineingelebt, dass sie auf anderes gar nicht mehr achten und von vornherein mit Misstrauen an alles gehen, Ablehnung schon auf der Zunge, was nicht in dem Rahmen ihrer Wünsche liegt.Sie werden ohne allergrösste Notnie zum Erkennen kommen!

Tausenderlei Dinge sind von vornherein dagegen, nichts dafür! Viele setzen eine Ähnlichkeit des Lebens in der Jetztzeit mit der Zeit des Gottessohnes Jesus vor zweitausend Jahren unbedingt voraus! Sie erwarten ein entsagungsvolles Wandern durch die Länder, ohne sich zu denken, was wohl heute die Behörden dazu sagen würden!

Es kann sich auch ein Mensch heute nicht still zurückziehen wie früher, um in Abgeschiedenheit die Sammlung zum Erwachen zu erhalten. Das hätte seine grossen Schwierigkeiten, die zum Teil gar nicht zu überwinden sind!

Aber auch bei Überwindung aller Schwierigkeiten würde es nicht möglich sein, ohne einen Verdacht des Krank- oder gar Irreseins zu wecken. Von der verderblichen und rücksichtslosen Sensationslust vieler Zeitungen gar nicht zu sprechen, die oft in Mangel jeglicher Moral und des einfachsten Rechtempfindens sich geradezu Unglaubliches zu leisten fähig sind.

Auch was man früher noch zu achten fähig war und jedem Menschen als persönliches Recht zugestand, was man noch für verständlich und natürlich fand in solchen Dingen, darin würden heute viele nur Verdachtsbegründungen erkennen aus lauter Furcht vor allem Andersdenken, oder dem ehrlichsten Wollen nur betrügerische Absicht unterlegen, weil alles Denken der jetzigen Zeit vergiftet ist!

Aber es ist unumstössliche Gewissheit, dass der nur immer Schlechtes von den Nebenmenschen denken kann, der selbst in sich die Schlechtigkeit besitzt! Darüber redet sich kein Mensch hinweg. Nur ein Wortbrüchiger wird Wortbruch von dem anderen voraussetzen oder erwarten, nur ein Lügner eine Lüge, ein Verräter den Verrat! Und so ist es mit allem, es ist unumstössliches Gesetz!

Es ist viel schlimmer heute als zu jener Zeit, da Jesus hier auf Erden wandelte, und heute liesse sich nichts davon wiederholen. Alles muss also für jetzt ganz anders kommen, das ist selbstverständlich.

Trotzdem aber wollen sich die Menschen einen Gottgesandten nicht im Frack oder im Auto vorstellen, während sie doch wissen müssen, dass auch Jesus nicht im Priesterrocke kam, sondern der damaligen Tracht entsprechend gut gekleidet ging und auch der Zeit entsprechend lebte. Alles steht auf schwachen Füssen, was von Menschen überhaupt dabei erwartet wird, und nichts davon wird sich erfüllen, da Gott sich in den Erfüllungen nicht nach der Menschen Wünsche richtet.

Die Menschen aber stehen allem göttlichen Geschehen viel zu weit entfernt und denken viel zu irdisch-klein, um sich in ihren Vorstellungen kommenden Verwirklichungen noch nahen zu können. Sie stehen abseits von der Wahrheit, wie es immer war. Der grösste Teil aber hat sowieso gar keine Zeit noch Lust, sich damit abzugeben! Wie immer, wenn es für die Menschheit galt, vom Lichte etwas aufzunehmen oder für ihr Heil selbst etwas tun zu sollen.

Zuerst kommt bei ihnen das Irdische, und zu dem anderen verbleibt bei dem sich immer mehr steigenden Hasten keine Zeit! Und wenn schon einmal eine Stunde Ruhe ist, so wollen diese unnötig so abgehetzten Menschen nur Zerstreuung oder Sport zum Ausgleich, weiter nichts.

Ich sage Euch, Ihr Menschen, die Hauptsache habt Ihr für Euch versäumt, und Eure Scheidung ist bereits vollendet zum Gericht! Ihr habt Euch selbst geschieden unter dem verstärkten Drucke aus dem Lichte, der alles auslöst in dem Allheiligen Willen Gottes. Ohne Aufenthalt geht es nunmehr dem Ende zu! Das Ende aber ist nur für den kleinen Teil ein neues Leben in dem Gnadenglanz der Liebe Eures Schöpfers, für alle anderen jedoch das ewige Verworfensein und Sturz in die Zersetzung. Euch bleibt auch keine Zeit mehr zu gewohnter langer Überlegung, die bisher noch nie einen Entschluss geboren hat. Ihr seid zu träge für das eigentliche Leben, und zur Umkehr fehlt Euch mit der Demut alles.

AMEN.

Nachklänge zur Gralsbotschaft von Abdrushin


Inhaltsverzeichnis

[Gralsbotschaft von Abdrushin]  [Nachklänge zur Gralsbotschaft] 

kontakt