Im Lichte der Wahrheit

Gralsbotschaft von Abdrushin


1.BUCH ◄ ► 2.BUCH
English
Francais
Español
Português
Русский
Український
Magyar
Česky
Slovensky
Inhaltsverzeichnis


64. Was trennt so viele Menschen heute von dem Licht?

Wie tiefe Nacht lagert das feinstoffliche Dunkel über dieser Erde! Sehr lange schon. Es hält die Erde in erstickender Umklammerung, so dicht und fest, daß jede aufsteigende Lichtempfindung einer Flamme gleicht, die ohne Sauerstoff die Kraft verliert und schnell verbleichend in sich selbst zusammensinkt. Furchtbar ist dieser feinstoffliche Zustand, der sich zur Zeit in seiner schlimmsten Auswirkung betätigt. Wer einmal fünf Sekunden nur dieses Geschehen schauen dürfte, dem würde das Entsetzen alle Hoffnung auf Errettung rauben! —

Und alles das ist durch die Schuld der Menschen selbst herbeigeführt. Durch Schuld des Hanges nach dem Niederen. Der größte Feind ist sich die Menschheit dabei selbst gewesen. Nun laufen sogar noch die Wenigen Gefahr, die wieder ernsthaft nach der Höhe streben, daß sie mit hinabgerissen werden in die Tiefe, der andere mit unheimlicher Schnelle jetzt entgegenreifen.

Es kommt einem Umschlingen gleich, dem unbedingt tötendes Aufsaugen nachfolgt. Aufsaugen in den schwülen, zähen Sumpf, in welchem lautlos alles untergeht. Es ist kein Ringen mehr, sondern nur noch ein stilles, stummes, unheimliches Würgen.

Und der Mensch erkennt es nicht. Geistige Trägheit läßt ihn blind sein gegen das verderbliche Geschehen.

Der Sumpf aber schickt dauernd seine giftigen Ausstrahlungen voraus, die die noch Starken, Wachen langsam müde machen, damit auch sie einschlafend kraftlos mit versinken.

So sieht es jetzt auf dieser Erde aus. Es ist kein Bild, das ich damit entrolle, sondern Leben! Da alles Feinstoffliche Formen trägt, geschaffen und belebt durch die Empfindungen der Menschen, spielt sich ein solch Geschehen wirklich dauernd ab. Und das ist die Umgebung, die der Menschen wartet, wenn sie von dieser Erde gehen müssen und nicht hinaufgeleitet werden können zu den lichteren und schöneren Gefilden.

Aber das Dunkel zieht sich immer mehr zusammen.

Es naht deshalb die Zeit, da diese Erde eine Spanne lang der Herrschaft des Dunkels überlassen bleiben muß, ohne unmittelbare Hilfe aus dem Licht, weil es die Menschheit durch ihr Wollen so erzwang. Die Folgen ihres Wollens in der Mehrheit mußten dieses Ende bringen. – Es ist die Zeit, die einst Johannes schauen durfte, wo Gott sein Angesicht verhüllt. —

Nacht ist es rings umher. Doch in der höchsten Not, wo alles, auch das Bessere, mit zu versinken droht, bricht nun gleichzeitig auch die Morgenröte an! Die Morgenröte aber bringt zuerst die Wehen einer großen Reinigung, die unvermeidlich ist, bevor die Rettung aller ernsthaft Suchenden beginnen kann; denn allen denen, die das Niedere erstreben, kann die Hand zur Hilfe nicht geboten werden! Sie sollen stürzen bis in jene grauenvollen Tiefen, wo sie allein noch auf Erwachen hoffen können, durch Qualen, die ihnen zum Ekel vor sich selber werden müssen. Die, die bisher höhnend und anscheinend ungestraft den Aufwärtsstrebenden Hemmnisse schaffen konnten, werden schweigsam, nachdenklicher sein, bis sie zuletzt noch bettelnd, wimmernd um die Wahrheit flehen.

So leicht wird es für diese dann nicht sein, sie werden unaufhaltsam durch die Mühlsteine der ehernen Gesetze göttlicher Gerechtigkeit geführt, bis sie in dem Erleben zur Erkenntnis ihrer Irrtümer gelangen. —

Auf meinen Reisen konnte ich erkennen, daß eine Brandfackel unter die trägen Menschengeister flog mit meinem Wort, welches erklärt, daß kein Mensch Göttliches sein eigen nennen kann, während gerade jetzt vieles Bemühen dahin geht, Gott in sich zu entdecken, und damit zuletzt auch selbst zum Gott zu werden!

Unruhe ist deshalb mit meinem Wort vielfach erwacht, die Menschheit will sich aufbäumend dagegen wehren, weil sie nur einschläfernde und beruhigende Worte hören will, die ihnen angenehm erscheinen!

Die sich also Aufbäumenden sind nur Feiglinge, die sich am liebsten vor sich selbst verstecken, nur um im Düsteren zu bleiben, in dem es sich so schön und ruhig träumen läßt, nach eigenem Verlangen.

Nicht jedermann kann es vertragen, dem Licht der Wahrheit ausgesetzt zu sein, welches klar und erbarmungslos die Mängel und die Flecken des Gewandes zeigt.

Durch Lächeln, Spott oder durch Feindschaft wollen solche den kommenden Tag verhindern, der die tönernen Füße ihres unhaltbaren Aufbaues des Götzen „Ich“ deutlich erkennen läßt. So Törichte spielen nur Maskenfeste mit sich selbst, denen der graue Aschermittwoch unerbittlich folgen wird. Sie wollen sich in ihren falschen Anschauungen doch nur selbst vergöttern, und darin fühlen sie sich irdisch wohl, behaglich. Sie betrachten den von vornherein als Feind, der sie aus dieser trägen Ruhe stört!

Doch alles Aufbäumen nützt ihnen diesmal nichts!

Die Selbstvergöttlichung, die sich in der Behauptung zeigt, daß Göttliches im Menschen sei, ist ein schmutziges Tasten nach der Erhabenheit und Reinheit Eures Gottes, das Euch das Heiligste, nach dem Ihr aufschaut in dem seligsten Vertrauen, damit schändet! —

In Eurem Innern steht ein Altar, der zur Verehrung Eures Gottes dienen soll. Dieser Altar ist Euere Empfindungsfähigkeit. Ist diese rein, hat sie unmittelbare Verbindung mit dem Geistigen und dadurch mit dem Paradiese! Dann gibt es Augenblicke, in dem auch Ihr die Nähe Eures Gottes voll empfinden könnt, wie es im tiefsten Schmerz und höchster Freude oft geschieht!

Ihr empfindet seine Nähe dann in gleicher Art, wie sie die ewigen Reingeistigen im Paradies dauernd erleben, mit denen Ihr in solchen Augenblicken eng verbunden seid. Die starke Schwingung durch das Aufwühlen der großen Freude wie des tiefen Schmerzes drängt alles Irdisch-Niedere sekundenlang weit in den Hintergrund, und dadurch wird die Reinheit der Empfindung frei, sie gibt damit sofort die Brücke mit der gleichartigen Reinheit, die das Paradies belebt!

Das ist das höchste Glück des Menschengeistes, dieser Krone aller Schöpfung. Die Ewigen im Paradiese leben darin dauernd. Es bringt die herrliche Gewißheit des Geborgenseins. Sie sind sich dann der Nähe ihres großen Gottes voll bewußt, in dessen Kraft sie stehen, sehen aber dabei auch als selbstverständlich ein, daß sie auf ihrer größten Höhe sind und niemals fähig werden können, Gott zu erschauen.

Das drückt sie aber nicht, sondern in der Erkenntnis seiner unnahbaren Größe finden sie jauchzenden Dank für seine namenlose Gnade, die er im Hinblick auf die anmaßende Kreatur stets walten ließ.

Und dieses Glück kann schon der Erdenmensch genießen. Es ist ganz richtig, wenn gesagt wird, daß der Erdenmensch in weihevollen Augenblicken die Nähe seines Gottes spürt. Zum Frevel aber wird es, will man aus dieser wundervollen Brücke des Bewußtwerdens göttlicher Nähe heraus die Behauptung aufstellen, selbst einen Funken Gottheit in sich zu haben.

Hand in Hand mit dieser Behauptung geht auch die Herabzerrung göttlicher Liebe. Wie kann man Gottesliebe mit dem Maße einer Menschenliebe abmessen? Noch mehr, sie sogar in dem Werte unter diese Menschenliebe stellen? Seht Euch die Menschen an, welche göttliche Liebe als das höchste Ideal sich nur ganz still erduldend und dazu alles verzeihend vorstellen! Sie wollen darin Göttliches erkennen, daß es sich von weit niederen Kreaturen alles Ungezogene gefallen läßt, wie es nur bei dem größten Schwächling ist, wie bei dem feigsten Menschen, den man darob verachtet. Denkt doch darüber nach, welche ungeheuerliche Schmach darin verankert ist!

Die Menschen wollen ungeahndet sündigen, um dann zuletzt noch ihrem Gotte eine Freude damit zu bereiten, wenn sie sich von ihm ohne eigene Sühne ihre Schuld verzeihen lassen! Solches anzunehmen, dazu gehört entweder maßlose Beschränktheit, strafwürdige Faulheit, oder die Erkenntnis hoffnungsloser eigener Schwäche für das gute Wollen nach dem Aufwärtsstreben: Eins ist aber so verwerflich wie das andere.

Stellt euch göttliche Liebe vor! Kristallklar, strahlend, rein und groß! Könnt ihr euch dabei denken, daß sie so süßlich-schwächlich, entwürdigend nachgebend sein kann, wie die Menschen so gern möchten! Sie wollen falsche Größe aufbauen, dort, wo sie Schwäche wünschen, geben ein falsches Bild, nur um sich selbst dabei noch etwas vorzutäuschen, sich zu beruhigen über die eigene Fehlerhaftigkeit, die sie bereitwillig im Dienst des Dunkels stehen läßt. Wo ist dabei die Frische und die Kraft, die zur Kristallreinheit göttlicher Liebe unbedingt gehört? Göttliche Liebe ist untrennbar von der größten Strenge göttlicher Gerechtigkeit. Sie ist sie sogar selbst. Gerechtigkeit ist Liebe und Liebe wiederum liegt nur in der Gerechtigkeit. Darin allein liegt auch die göttliche Verzeihung.

Es ist richtig, wenn die Kirchen sagen, daß Gott alles verzeiht! Und wirklich verzeiht! Im Gegensatz zum Menschen, der selbst noch den, der irgendeine kleine Schuld gebüßt, für dauernd unwert hält, und sich mit solcher Art Gedanken doppelt Schuld auflädt, weil er darin nicht nach dem Willen Gottes handelt. Hier fehlt der Menschenliebe die Gerechtigkeit.

Die Auswirkung göttlichen Schöpfungswillens reinigt jeden Menschengeist von seiner Schuld, in eigenem Erleben oder in der freiwilligen Besserung, sobald er aufwärts strebt.

Kommt er aus diesen Mühlen in der Stofflichkeit zum Geistigen zurück, so steht er rein im Reiche seines Schöpfers, es spielt keine Rolle, was er je gefehlt! Genau so rein wie einer, der noch niemals fehlte. Doch durch die Auswirkung der göttlichen Gesetze geht sein Weg vorher, und in der Tatsache liegt die Gewähr der göttlichen Verzeihung, seiner Gnade!

Hört man nicht heute vielfach die entsetzte Frage: Wie konnten diese Jahre solcher Not geschehen mit Gottes Willen? Wo bleibt dabei die Liebe, wo Gerechtigkeit? Die Menschheit fragt, es fragen die Nationen, oft die Familien und der einzelne Mensch! Sollte ihm dies nicht eher der Beweis sein, daß die Gottesliebe doch wohl anders ist, als sich so mancher denken möchte? Versucht doch einmal, die alles verzeihende Gottesliebe so bis zu einem Ende auszudenken, wie man krampfhaft sich bemüht, sie hinzustellen! Ohne eigene Sühne, alles duldend und zuletzt großmütig noch verzeihend. Es muß ein klägliches Ergebnis werden! Dünkt sich der Mensch so wertvoll, daß sein Gott darunter leiden soll? Noch wertvoller demnach wie Gott? Was liegt alles in dieser Anmaßung der Menschen. —

Bei ruhigem Denken müßt ihr über tausend Hindernisse straucheln und könnt nur dann zu einem Schlusse kommen, wenn ihr Gott verkleinert, ihn unvollkommen macht.

Er aber war, und ist, und bleibt vollkommen, gleichviel, wie sich die Menschen dazu stellen.

Seine Verzeihung liegt in der Gerechtigkeit. Nicht anders. Und in dieser unverrückbaren Gerechtigkeit liegt auch allein die große, bisher so verkannte Liebe!

Gewöhnt Euch ab, dabei nach Irdischem zu messen. Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe gilt dem Menschengeiste. Das Stoffliche spricht dabei gar nicht mit. Es ist ja nur vom Menschengeiste selbst geformt, und ohne Geist hat es kein Leben.

Was quält Ihr Euch so oft mit rein irdischen Kleinigkeiten, die Ihr als Schuld empfindet, und die es gar nicht ist.

Nur das, was der Geist bei einer Handlung will, ist ausschlaggebend für die göttlichen Gesetze in der Schöpfung. Dieser geistige Wille ist aber nicht Gedankentätigkeit, sondern das innerste Empfinden, das eigentliche Wollen in dem Menschen, das allein die Gesetze des Jenseits in Bewegung setzen kann und auch selbsttätig in Bewegung setzt.

Göttliche Liebe läßt sich von den Menschen nicht herabzerren; denn in ihr ruhen in der Schöpfung auch die ehernen Gesetze seines Willens, der von der Liebe getragen ist. Und diese Gesetze wirken sich so aus, wie der Mensch sich darin gibt. Sie können ihn verbinden bis zur Nähe seines Gottes, oder sie bilden eine Scheidewand, die nie zertrümmert werden kann, es sei denn durch das endliche Sicheinfügen des Menschen, was gleichbedeutend mit Gehorchen ist, worin allein er sein Heil finden kann, sein Glück. Es ist ein Guß, das große Werk zeigt keine Mängel, keinen Spalt. Ein jeder Tor, ein jeder Narr, der anders will, wird sich dabei den Kopf zerschmettern. —

Göttliche Liebe wirkt darin nur das, was jedem Menschengeiste nützt, nicht aber das, was ihm auf Erden Freude macht und angenehm erscheint. Darüber geht sie weit hinaus, weil sie das ganze Sein beherrscht. —

So mancher Mensch denkt jetzt sehr oft: Wenn Trübsal zu erwarten ist, Vernichtung, um eine große Reinigung herbeizuführen, so muß Gott so gerecht sein, vorher Bußprediger auszusenden. Der Mensch muß doch vorher gewarnt werden. Wo ist Johannes, der das Kommende verkündet?

Es sind Unselige in großseinsollender Gedankenleere! Nur Anmaßung der größten Hohlheit birgt sich hinter solchen Rufen. Sie würden ihn doch stäuben, in den Kerker werfen!

Öffnet doch die Augen und die Ohren! Sind die sich häufenden Naturereignisse und Katastrophen nicht genug der ernsten Warnungen? Reden nicht die Zustände in Rußland und China eine ernste Sprache? Selbst die Deutschen aus den nahen Grenzgebieten senden ihre Klagen oft genug unter der Geißel ihrer, unserer Feinde! Doch tanzend geht man über alle Not und Schrecken seiner Nebenmenschen leichtsinnig hinweg! Man will nicht sehen und nicht hören! —

Auch ein Bußprediger ging voraus, schon vor 2000 Jahren, das menschgewordene Wort folgte ihm auf dem Fuße. Doch die Menschen haben sich eifrig bemüht, den reinen Glanz des Wortes wieder fortzuwischen, zu verdunkeln, damit die Anziehungskraft seines Leuchtens nach und nach erlosch. —

Und alle, die das Wort ausgraben wollen aus den Schlinggewächsen, müssen bald verspüren, wie Boten aus dem Dunkel krampfhaft sich bemühen, jedes freudige Erwachen zu verhindern!

Es wiederholt sich aber heute kein Geschehen wieder wie zu Christus Zeiten! Da kam das Wort! Die Menschheit hatte ihren freien Willen und entschied sich damals in der Hauptsache zur Ablehnung, zu dem Verwerfen! Von da an waren sie nun den Gesetzen unterworfen, die sich selbsttätig an den damals so getätigten freien Entschluß angliederten. Die Menschen fanden auf dem selbstgewählten Wege nachdem alle Früchte ihres eigenen Wollens.

Bald schließt sich nun der Kreis. Es häuft sich immer stärker an und staut sich wie ein Wall, der bald zusammenbricht über der Menschheit, die in geistiger Stumpfheit ahnungslos dahinlebt. Am Ende, zur Zeit der Erfüllung, bleibt ihnen naturgemäß nicht mehr die freie Wahl!

Sie müssen nunmehr einmal ernten, was sie damals, und auch auf den späteren Abwegen, säten.

Alle sind heute zur Abrechnung wieder auf dieser Erde inkarniert, welche zu Christus Zeiten einst das Wort verwarfen. Sie haben heute nicht das Anrecht mehr auf vorherige Warnung und nochmalige Entscheidung. In den zweitausend Jahren blieb ihnen Zeit genug, sich anders zu besinnen! Auch wer Gott und seine Schöpfung falsch gedeutet aufnimmt, und sich nicht bemüht, es reiner zu erfassen, der hat es gar nicht aufgenommen. Es ist sogar weit schlimmer, da ein falscher Glaube davon fernhält, Wahrheit zu erfassen.

Doch wehe dem, der Wahrheit fälscht oder verändert, um dadurch Zulauf zu erhalten, weil es den Menschen in bequemerer Form auch angenehmer ist. Er bürdet sich nicht nur die Schuld der Fälschung, Irreführung auf, sondern er trägt auch noch alle Verantwortung für die, die er mit der Bequemermachung oder Annehmbarermachung an sich ziehen konnte. Ihm wird dann nicht geholfen, wenn seine Stunde der Vergeltung kommt. Er stürzt hinab in Tiefen, die ihn niemals wiedergeben können, und mit Recht! – Auch das durfte Johannes miterschauen und in seiner Offenbarung davor warnen.

Und wenn einmal die große Reinigung beginnt, so bleibt dem Menschen diesmal keine Zeit, sich aufzubäumen, oder gar sich gegen das Geschehen anzustemmen. Die göttlichen Gesetze, von denen sich der Mensch so gern ein falsches Bild macht, wirken sich dann unerbittlich aus.

Gerade in der größten Furchtbarkeit der Zeit, welche die Erde je erlebte, wird die Menschheit endlich lernen, daß Gottesliebe weit entfernt ist von der Weichheit und der Schwächlichkeit, die man ihr anzudichten sich vermaß.

Mehr als die Hälfte aller Menschen in der Gegenwart gehört gar nicht auf diese Erde!

Schon seit Jahrtausenden ist diese Menschheit so gesunken, lebt so stark in der Dunkelheit, daß sie in ihrem unsauberen Wollen viele Brücken schlug zu dunklen Sphären, die weit unter diesem Erdenplane sind. Dort leben Tiefgesunkene, deren feinstoffliches Gewicht niemals die Möglichkeit zuließ, herauf auf diesen Erdenplan zu kommen.

Darin lag Schutz für alle auf der Erde Lebenden, sowie für diese Dunkeln selbst. Sie sind getrennt durch das natürliche Gesetz der feinstofflichen Schwere. Dort unten können sie sich austoben in ihren Leidenschaften, allen Niedrigkeiten, ohne damit Schaden anzurichten. Im Gegenteil. Ihr ungehemmtes Sichausleben trifft dort nur die Gleichgearteten, ebenso wie deren Ausleben auch sie angreift. Sie leiden damit gegenseitig, was zum Reifen führt, nicht aber zu weiterer Schuld. Denn durch das Leiden kann der Ekel einst erwachen vor sich selbst, und mit dem Ekel auch der Wunsch, aus diesem Reiche fortzukommen. Der Wunsch führt mit der Zeit zu qualvoller Verzweiflung, die zuletzt heißeste Gebete nach sich ziehen kann, und damit ernstes Wollen zu der Besserung.

So sollte es geschehen. Doch durch der Menschen falsches Wollen kam es anders!

Die Menschen schlugen durch ihr dunkles Wollen eine Brücke in das Gebiet des Dunkels. Sie reichten damit den dort Lebenden die Hand, ermöglichten ihnen durch Anziehungskraft gleicher Art, heraufzukommen auf die Erde. Hier fanden sie natürlich auch Gelegenheit zu der erneuten Inkarnierung, die für sie nach normalem Weltgeschehen noch nicht vorgesehen war.

Denn auf dem Erdenplane, wo sie durch Vermittelung des Grobstofflichen mit den Lichteren und Besseren gemeinsam leben können, richten sie nur Schaden an und bürden damit neue Schuld auf sich. Das können sie in ihren Niederungen nicht; denn ihren Gleichartigen bringt die Niedrigkeit nur Nutzen, weil sie darin zuletzt doch schließlich nur sich selbst erkennen und Abscheu davor lernen, was zur Besserung beiträgt.

Diesen normalen Weg aller Entwickelung hat nun der Mensch gestört, durch niedrige Verwendung seines freien Willens, mit dem er feinstoffliche Brücken formte zu dem Gebiet des Dunkels, so daß dahin Gesunkene wie eine Meute auf den Erdenplan geworfen werden konnten, die nun frohlockend einen größten Teil davon bevölkern.

Da lichte Seelen vor dem Dunkel weichen müssen, dort, wo Dunkel festen Fuß gewonnen hat, war es den so zu Unrecht auf den Erdenplan gekommenen dunkleren Seelen leicht, auch manchmal dort zur Inkarnierung zu gelangen, wo sonst nur eine lichte Seele eingegangen wäre. Die dunkle Seele hat dabei durch irgend jemand der Umgebung der werdenden Mutter einen Halt gefunden, der es ihr ermöglichte, sich zu behaupten und das Lichte zu verdrängen, auch wenn die Mutter oder der Vater zu den Lichteren gehören.

Damit erklärt sich auch das Rätsel, daß so manches schwarze Schaf zu guten Eltern kommen konnte. Achtet aber eine werdende Mutter besser auf sich und ihre nähere Umgebung, auf ihren Verkehr, so kann dies nicht geschehen.

Es ist also Liebe nur darin zu erkennen, wenn die Schlußauswirkung der Gesetze in voller Gerechtigkeit endlich die nicht Hierhergehörenden hinwegfegt von dem Erdenplane, daß sie hinabstürzen in jenes Reich des Dunkels, wohin sie auch nach ihrer Art gehören. Sie können dadurch Lichtere nicht mehr am Aufstieg hindern und sich selbst neue Schuld aufbürden, sondern vielleicht doch noch reifen in dem Ekel ihres eigenen Erlebens. — —

Die Zeit wird selbstverständlich kommen, die mit ehernem Griff die Herzen aller Menschen packt, wo mit furchtbarer Unerbittlichkeit in jeder Menschenkreatur geistiger Hochmut ausgerottet wird. Dann fällt auch jeder Zweifel, der jetzt den Menschengeist an der Erkenntnis hindert, daß Göttliches nicht in ihm ist, sondern hoch über ihm. Daß es nur als das reinste Bild auf dem Altare seines Innenlebens stehen kann, nach dem er aufschaut in demütigem Gebet. —

Es ist kein Irrtum, sondern Schuld, wenn sich ein Menschengeist dazu bekennt, auch göttlich sein zu wollen. Solche Überhebung muß ihn stürzen; denn es ist gleichbedeutend mit einem Versuche, seinem Gott das Zepter aus der Hand zu reißen, ihn herabzuzerren auf die gleiche Stufe, die der Mensch einnimmt, und die er bisher nicht einmal erfüllte, weil er mehr sein wollte und nach den Höhen blickt, die er doch nie erreichen, nicht einmal erkennen kann. So übersah er achtlos alle Wirklichkeit, machte sich selbst nicht nur ganz nutzlos in der Schöpfung, sondern weit schlimmer, zum Schädling!

Am Ende wird es ihm, durch seine eigene falsche Einstellung herbeigeführt, mit unheimlicher Deutlichkeit bewiesen werden, daß er in seiner jetzigen so tief gesunkenen Beschaffenheit nicht einmal Schatten einer Göttlichkeit bedeutet. Der ganze Schatz irdischen Wissens, den er mühsam aufgespeichert hat in den Jahrtausenden, wird dann vor dem entsetzten Blicke seiner Augen sich als Nichts erweisen, hilfos wird er an sich selbst erleben, wie die Früchte seines einseitigen Erdenstrebens nutzlos werden, manchmal sogar ihm zum Fluche. Dann mag er sich auf seine eigene Göttlichkeit besinnen, wenn er kann! — —

Zwingend wird es ihm entgegendröhnen: Nieder auf die Kniee, Kreatur, vor Deinem Gott und Herrn! Versuche nicht, frevelnd Dich selbst zum Gotte zu erheben! — —

Die Eigenbrötlerei des faulen Menschengeistes geht nicht weiter. — —

Erst dann kann diese Menschheit auch an einen Aufstieg denken. Das ist dann auch die Zeit, in welcher stürzen wird, was nicht auf rechtem Grunde steht. Scheinexistenzen, die falschen Propheten und Vereinigungen, die sich darum schließen, werden in sich selbst zusammenbrechen! Damit werden dann auch die bisherigen falschen Wege offenbar. So mancher Wohlgefällige wird dann wohl auch entsetzt erkennen, daß er vor einem Abgrund steht und, falsch geführt, schnell abwärts gleitet, während er stolz wähnte, aufsteigend sich schon dem Licht zu nähern! Daß er Schutztore öffnete, ohne dahinter auch die Vollkraft der Verteidigung zu haben. Daß er Gefahren auf sich zog, die in natürlichem Geschehen von ihm übersprungen worden wären. Wohl dem, der dann den rechten Weg zur Umkehr findet!

Gralsbotschaft von Abdrushin


Inhaltsverzeichnis

[Gralsbotschaft von Abdrushin]  [Nachklänge zur Gralsbotschaft] 

kontakt